Südtirol: Durch Terror der Institution unter italienische Herrschaft gezwungen.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die Südtiroler/innen erwartet, dass unter den Vorzeichen der demokratischen Neuordnung ihr Land wieder zu Österreich zurückkehren könne. Dies lag jedoch nicht in der Absicht der westlichen Alliierten, die das für sie geostrategisch wichtige Italien in ein westliches Bündnis einbauen wollten und daher die Politik Roms unterstützten.

Eine neue Dokumentation, die in Südtirol große Beachtung findet, stellt eine bislang noch wenig aufgearbeitete Seite der jüngeren Südtiroler Geschichte dar.

Unter dem Titel „Repression – wie Südtirol 1945/46 wieder unter das Joch gezwungen wurde“ dokumentiert der österreichische Historiker Helmut Golowitsch anhand erschütternder Zeitzeugnisse aus den Landesarchiven Nord- und Südtirols sowie aus dem Österreichischen Staatsarchiv dieses dramatische Geschehen der unmittelbaren Nachkriegszeit, das weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Die deutschen und ladinischen Südtiroler wurden nicht nur durch Kundgebungsverbote der Regierung in Rom, sondern auch durch behördlich geduldeten Terror daran gehindert, öffentlich für die Selbstbestimmung aufzutreten.

Terror gegen die Bevölkerung

Es handelt sich um bislang unbekannte Berichte betroffener Terror-Opfer, die damals von Pfarrämtern und SVP-Ortsgruppen protokolliert und als Originale oder Kopien auf gefährlichen Wegen über die Berge nach Nordtirol gebracht worden waren. 

Die Berichte schildern, wie nach bereits eingetretenem Kriegsende „Nachkriegspartisanen“ mit Lastwägen aus dem Süden nach Südtirol gekarrt wurden, wo es dann zu zahlreichen Plünderungen, Raubüberfällen und sogar zu Mordtaten kam.  

Zudem terrorisierten bewaffnete Banden in italienischen Militäruniformen die Bevölkerung und gingen mit Maschinenpistolen und Handgranaten gegen die Bevölkerung vor. Die zeitgeschichtlichen Dokumente enthüllen, dass die staatlichen Behörden sowie die alliierten Besatzungstruppen so gut wie nichts dagegen unternahmen.

Das hatte zur Folge, dass eine verängstigte Bevölkerung sich in den Häusern verbarrikadierte, statt in machtvollen öffentlichen Demonstrationen die Wiederherstellung der Landeseinheit zu verlangen. 

Unterdrückung durch Angst

So wurde die einheimische Bevölkerung Südtirols geduckt am Boden gehalten, an politischen Aktionen gehindert und wieder unter das Joch der Unterdrückung gezwungen. Zugleich erfolgten eine Refaschistisierung des öffentlichen Lebens in Südtirol und die Förderung der Zuwanderung aus dem Süden. 

Die damalige weitgehend mutlose Parteispitze der Südtiroler Volkspartei forderte zwar auf dem Papier die Selbstbestimmung für Südtirol, organisierte aber keine Volkskundgebungen und keinen Proteststurm gegen die Terrorakte. Der Fürstbischof Dr. Johannes Geisler, Kanonikus Michael Gamper und der gesamte Südtiroler Klerus stellten sich jedoch auf die Seite des Volkes.

Unter dem Schutz der Kirche fanden landesweite „Gebetsstürme“ und Volkswallfahrten zehntausender Pilger statt. Über diese kirchlichen Veranstaltungen konnte auch die Presse berichten. Die „Dolomiten“ schrieben am 16. April 1946: „Volk in Not  (…)  Diese betenden Volksscharen sagen es uns, dass es um mehr geht. (…) Es geht um Glück oder Unglück, um Leben oder Sterben eines Volkes.“ 

Rücksicht auf die Alliierten

In Südtirol sorgten die alliierte Zensur ebenso wie die italienischen Behörden dafür, dass keine „Beunruhigung“ der einheimischen Bevölkerung eintrete.

Der Parteiobmann Erich Amonn und sein Generalsekretär Dr. Josef Raffeiner fürchteten, mittels des immer noch in Kraft befindlichen faschistischen Strafgesetzbuches wegen „Schmähung“ der italienischen Nation und der bewaffneten Streitkräfte angeklagt zu werden, wenn sie die Untaten öffentlich machten. Viele der nach Innsbruck verbrachten Berichte gelangten aber auch zur Kenntnis der österreichischen Regierungspolitiker in Wien.

Diese nahmen jedoch Rücksicht auf den Wunsch der Amerikaner und Briten, so wenig politische Unruhe wie möglich zu erzeugen  – und unternahmen nichts. Es sollte auch das Gesprächsklima mit Rom nicht gestört werden. Die Alliierten „dankten“ für diese Rücksichtnahme damit, dass sie die Forderung auf Rückkehr Südtirols nach Österreich abwiesen.

Der Blick in dieses erschütternde Geschehen unmittelbar nach Kriegsende hilft, die weitere Entwicklung im Lande bis zu dem Wendepunkt des dramatischen Protestes der Feuernacht des Jahres 1961 besser zu verstehen.

Auch heute wird mit den Institutionen Angst geschürt,diesmal unter dem Deckmantel Corona oder Covid-19 wobei sich die Verbrecher der Institutionen , geschützt durch die Polizei wie die Gestapo es damals gemacht hat und deren Gerichten mit Drakonischen Strafen und für Menschenunwürdigen Zuständen sorgen.Wozu die Menschenrechte ,wozu die Verfassung,wenn die Ministerien diese ohne Haftung,diese mit Füssen treten können? fragen sich viele Bürger/innen im 21. Jahrhundert Weltweit.

Von HITRADIO SÜDTIROL

ONLINENEWS

Kommentar verfassen