Audit Familie Berug gezeichnet

Vier Arbeitgeber schließen familienfreundlichen Auditierungsprozess ab­
24 Südtiroler Arbeitgeber haben alle vier Phasen des “audit familieundberuf” erfolgreich abgeschlossen. Landesrätin Deeg und Handelskammerpräsident Ebner loben den Vorbildcharakter der Betriebe.
Seit dem Jahr 2004 können Südtiroler Arbeitgeber über das Audit “familieundberuf” den Weg in Richtung Familienfreundlichkeit einschlagen. Begleitet werden sie dabei vom Land Südtirol und von der Handelskammer Bozen. Von den über 100 Arbeitgebern haben 24 alle Phasen des Auditierungsverfahrens erfolgreich abgeschlossen, vier von ihnen haben in den vergangenen Tagen das Dialog-Zertifikat überreicht bekommen. “In der heutigen Zeit, in der oft beide Elternteile berufstätig sind, ist es nicht einfach, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Gerade deshalb sind die Arbeitgeber besonders interessant, die ihre Mitarbeitenden mit einer Vielzahl von Maßnahmen in diesem Unterfangen unterstützen”, ist Handelskammerpräsident Michl Ebner überzeugt. Auch für Familienlandesrätin Waltraud Deeg sind familienfreundliche Arbeitgeber wichtige Vorbilder: “Sie haben sich vorausschauend auf den Weg gemacht, wurden dabei von den Auditorinnen und Auditoren gut begleitet. Denn: Familie ist uns allen wichtig, aber es braucht die Zusammenarbeit aller, um gemeinsam besser, um gemeinsam familienfreundlicher zu werden.” Ebner und Deeg bezeichneten die Dialog-ausgezeichneten Arbeitgeber als bedeutende Botschafter des Audits, das ein sichtbares Zeichen der guten Zusammenarbeit von Land und Handelskammer darstelle.Dialog-Arbeitgeber Röchling, Lanarepro, KFS und Ivoclar ausgezeichnetVier weitere Arbeitgeber haben vor Kurzem den Weg des Audits “familieundberuf” mit dem Abschluss des Dialogverfahrens erfolgreich beendet. Dieser ist die vierte Phase des Audits (nach dem Basis-Audit, dem Re-Audit Optimierung und dem Re-Audit Konsolidierung) und führt dazu, dass Familienfreundlichkeit in die Unternehmenskultur übernommen wurde und im Betriebsalltag mit Leben gefüllt wird. Fachkundig begleitet und unterstützt werden die Arbeitgeber dabei von Auditorinnen und Auditoren. So bunt wie Südtirols Wirtschaftslandschaft ist, so bunt ist auch das Bild der zertifiziert familienfreundlichen Arbeitgeber, die von international tätigen Betrieben über ein mittelständisches Unternehmen hin zum Interessensverband reichen.Der international tätige Automotive-Betrieb Röchling mit Firmensitz in Leifers beschäftigt fast 900 Mitarbeitende, davon rund 23 Prozent Frauen. Geschäftsführer Edoardo Dotta und Personalleiterin Selenia Fornari schilderten, dass das Audit mit Begeisterung aufgenommen wurde, auch wenn Familienfreundlichkeit zu Beginn des Auditverfahrens noch nicht im allgemeinen Bewusstsein verankert gewesen sei. Auditorin Maria Cristina Ghedina hob hervor, dass bei Röchling stets die Menschen als Kernstärke wahrgenommen werden.Weit weniger Mitarbeitende hat der Arbeitgeber Lanarepro in Lana: 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Fullservice-Druckerei in Lana beschäftigt. Eine Gemeinsamkeit zu Röchling Automotive ist jene, dass es sich bei den Mitarbeitern überwiegend um Männer handelt. Man sei einer der ersten Arbeitgeber gewesen, der auch männlichen Angestellten im Schichtdienst familienfreundliche Arbeitszeiten einräumte, berichtete Firmeninhaber Eduard Niedrist. Auditorin Marlene Preims zeichnete bei der Auditierungsfeier den gemeinsamen, 10-jährigen Weg nach, und lobte dabei das große Engagement von Seiten des Betriebes. Die Führungskräfte hätten immer ein offenes Ohr bewiesen, indem gemeinsam nach Lösungen gesucht worden sei.Weit weniger hauptamtlich Mitarbeitende (15), dafür aber umso mehr ehrenamtlich Tätige (116 Zweigstellen, 15.000 Mitgliedsfamilien) sind beim Katholischen Familienverband Südtirols (KFS) aktiv. Die Herausforderung sei unter anderem jene gewesen, die Ansprüche des Ehrenamtes mit den Anforderungen der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen gut zusammenzubringen, hob KFS-Präsidentin Angelika Mitterrutzner bei der Verleihungsfeier hervor. Mitterrutzner bezeichnete das Audit als einen “großen Lernprozess”, den man nicht missen wolle, auch wenn es manchmal ein aufwändiger und konfliktbeladener Weg sei. Gelungen sei der erfolgreiche Abschluss des Prozesses durch die lösungsorientierte Arbeit mit Auditorin Marlene Preims, die in den vergangenen 10 Jahren intensiv mit dem KFS-Team intensiv zusammengearbeitet habe.Auditorin Marlene Preims hat auch das international tätige Dentalunternehmen Ivoclar Vivadent mit dessen Italiensitz in Naturns auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit begleitet.Audit familieundberuf begleitet auf dem Weg zu mehr FamilienfreundlichkeitDas Audit “familieundberuf” ist ein europaweit anerkannter, mehrstufiger Entwicklungsprozess, bei dem der Arbeitgeber gemeinsam mit den Mitarbeitenden und unter fachkundiger Begleitung durch eine Auditorin oder einen Auditor eine nachhaltige, familien- und lebenphasenbewusste Personal- und Unternehmenspolitik erarbeitet und umsetzt. Die Handelskammer Bozen und die Familienagentur des Landes stehen dabei als Ansprech- und Informationspartner zur Verfügung. Bisher haben 105 Südtiroler Arbeitgeber mindestens eine Phase des Audits erfolgreich absolviert. Dies heißt, dass sie mit ihren Mitarbeitenden an der Definition und Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen arbeiten und damit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder auch bei Beruf und Pflege unterstützen. 

Kommentar verfassen