Bozen Geräte verlängern die Lebensdauer von Organen nach der Entnahme und bringen mehr Flexibilität in das System.“– Stuart Knechtle, MD, HS’82–’89

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Die nicht fachgerechte Überlieferung jenes Spendenherz, das aus dem Vinschgau ums Leben gekommenen Kindes nach Neapel mit Problemen eingetroffen ist, wird vermutlich den Transportierenden zur Last gelegt. Es könnten jedoch auch jene belangt werden, welche das Herz in Bozen übergeben haben, da diese ebenfalls ausgebildet genug sein müssten, um festzustellen, dass die Kühltruhe nicht geeignet wäre um ein Herz zu Transportieren und Bozen den Transport hätte stoppen sollen.Die Meinungen spalten sich. Die Staatsanwaltschaft von Neapel und Bozen interagieren gemeinsam, um festzustellen, wie viele Personen an diesem misslungenen Transport Verantwortung tragen und eventuell Gerichtlich belangt werden müssten. Der Sanitätsbetrieb betont, dass sie sich nicht aus der Verantwortung ziehen werden und mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, um festzustellen, wie man die Zukunft gestalten müsse, um solche tragischen Fehler nicht mehr zu begehen.

Diagramm eines medizinischen Geräts mit Beschriftungen für verschiedene Komponenten wie Herzkammer, Sauerstoffator, Blutreservoir, mobile Basis und mehr.

Als Organtransplantationen in den 1950er und 1960er Jahren häufiger wurden, wurden Organe in einer einfachen Kühlbox auf Eis transportiert, ähnlich wie beim Picknick. Dies begrenzte die Transportzeit auf etwa vier Stunden für Herzen, was die Entfernung, über die Organe transportiert werden konnten, einschränkte. Organe litten auch unter Gefrierbrand, da die Temperatur nicht reguliert werden konnte. Bis vor ein paar Jahren war dies die gängige Methode. Jüngste Fortschritte führten zur Entwicklung eines neuen, batteriebetriebenen Behälters, der das Organ mit warmem, nährstoff- und sauerstoffreichem Blut durchblutet und überwacht. Dies ermöglicht eine längere Transportzeit. TransMedics entwickelte das „TransMedics OCS™ (Organ Care System)“, das für Herzen, Lungen und Lebern zugelassen ist. Die FDA gab die Zulassung für jedes Organ einzeln: Lunge 2018, Herz 2021 und Leber 2022.

Das Herzgerät, manchmal als „Herz in der Box“ bezeichnet, ist keine Box. Es besteht aus einer Kunststoffkammer in einem 45 Kilogramm schweren Rollwagen, in dem sich das Spenderherz befindet. Über Schläuche werden Medikamente, Nährstoffe und Blut durch das Herz gepumpt. Während des Transports vom Spender zum Empfänger schlägt das Herz ununterbrochen und wird kontinuierlich überwacht. Das Gerät hat Batterien für bis zu 10 Stunden, kann aber auch an eine Steckdose angeschlossen werden, um den Sauerstoffgenerator, eine Heizung für die richtige Temperatur in der Herzkammer und das Überwachungssystem mit Strom zu versorgen.

Diese Geräte verlängern die Lebensdauer von Organen nach der Entnahme und bringen mehr Flexibilität in das System.“
– Stuart Knechtle, MD, HS’82–’89

Durch die längere Erhaltung eines besseren Zustands der Organe ermöglichen Warmperfusionsgeräte den Organentnahmeteams, deutlich größere Entfernungen zurückzulegen und die Haltbarkeit der Spenderorgane erheblich zu verlängern. Die Überwachung des Organs während des Transports ermöglicht den Chirurgen zudem ein besseres Verständnis seines Zustands. All dies führt zu einer höheren Verfügbarkeit von Organen für Transplantationen – ein entscheidender Fortschritt, denn derzeit stehen in den USA über 100.000 Menschen auf der Warteliste für eine Organtransplantation, und durchschnittlich 17 Menschen sterben täglich, während sie auf ein Spenderorgan warten.

Im Jahr 2019 war das Duke University Hospital im Rahmen einer klinischen Studie die erste Einrichtung in den USA, die erfolgreich ein Transmedics-Gerät für eine „DCD“-Herztransplantation – Spende nach Kreislaufstillstand – einsetzte.

„Diese Geräte verlängern die Lebensdauer von Organen nach der Entnahme und bringen mehr Flexibilität in das System“, sagte Stuart Knechtle, William R. Kenan Jr. Distinguished Professor für Chirurgie und Direktor des Duke Transplant Center. „Das ist ein echter Durchbruch.“

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