Unsere deutsche Sprache wird mit Füßen getreten!

Die Forderung nach sogenannten mehrsprachigen Klassen in Süd-Tirols Bildungseinrichtungen war schon wieder Gegenstand einer Landtagsdiskussion. Am heutigen internationalen Tag der Muttersprache erinnert die Junge Süd-Tiroler Freiheit daran, wie wichtig es angesichts solcher Forderungen ist, am bestehenden Erfolgsmodell der getrennten einsprachigen Kindergärten und Schulen festzuhalten: „Weil ein Umdenken ohne Weitsicht irreversible Folgen für unsere Minderheit hat!“

Die Forderung nach mehrsprachigen Klassen in Süd-Tirols Bildungseinrichtungen wird im Süd-Tiroler Landtag wiederkehrend eingebracht; dieses Ansinnen, dass Unterricht sowohl in deutscher als auch in italienischer Muttersprache als Zusatzangebot in Süd-Tirol eingeführt werden soll. Zurzeit gilt in unserem Land das System der getrennten einsprachigen Kindergärten und Schulen. Das heißt, es gibt einerseits Kindergärten und Schulen mit deutscher und andererseits mit italienischer Unterrichtssprache (mit Ausnahme der Bildungseinrichtungen in den ladinischen Ortschaften und Tälern). Für eine Minderheit, deren wesentliches Charakteristikum die Sprache ist, handelt es sich um die bestmögliche Form einer Bildungseinrichtung. Dies geht ebenfalls aus vielen Dokumenten aus dem Minderheitenschutz hervor. Trotzdem gibt es Stimmen, die als zusätzliches Angebot eine sogenannte mehrsprachige Klasse bzw. Schule einführen möchten. Der Unterricht würde sodann sowohl in deutscher als auch in italienischer Sprache stattfinden. „Mit irreparablen Folgen für die Kenntnis unserer deutschen Muttersprache und schließlich für unsere Identität“, ist Melanie Mair, Landesjugendsprecherin der Süd-Tiroler Freiheit, überzeugt.

Welche aber sind die Folgen solcher mehrsprachigen Klassen? Zum einen sinkt die Qualität der Bildung. Kinder und Jugendliche brauchen länger, um dem Unterricht zu folgen und ihn zu verstehen; geschweige denn ihn sich einzuprägen. Zum anderen werden Fachbegriffe teilweise nur mehr in der Fremdsprache gelernt. Das Pendant in deutscher Sprache fehlt. Es wird in Gesprächen einfacher, das italienische Wort zu verwenden, weil man den korrekten deutschen Begriff nie gehört hat und daher nicht kennt. Die Folgen sind sogenannte Misch-Masch-Sätze und falsche Ableitungen aus dem Italienischen.

Gerade wir, die wir in unserer Tiroler Heimat so viele verschiedene deutsche Dialekte haben, sollten primär alles daransetzen, dass unsere deutsche Muttersprache vollständig gelernt wird. Das heißt: Der Fokus muss zuerst auf dem Erlernen der deutschen Hochsprache liegen. Und in unserem Land gibt es nicht wenige, die sich mit dem Erlernen derselben nicht leichttun. Erst nach dem Beherrschen der deutschen Hochsprache macht es Sinn, eine Fremdsprache zu lernen.

Unsere deutsche Sprache wird mit Forderungen, wie etwa der Einrichtung von mehrsprachigen Klassen, immer wieder mit Füßen getreten. Deshalb ist es umso wichtiger, am bestehenden Erfolgsmodell der getrennten deutschen und italienischen Kindergärten und Schulen festzuhalten und sich mit allen Kräften dafür einzusetzen. „Das bestmögliche Schulmodell aufzugeben, wäre grob fahrlässig“, sagt Melanie Mair und urteilt abschließend „Und hätte irreversible Folgen für die Qualität unserer Sprache und schließlich für unsere Tiroler Identität.“

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