Noch mehr Sensibilisierung für richtiges Heizen mit Holz nötig

Luftqualitätsdaten 2025 zeigen keine Veränderung bei Stickstoffdioxid und Feinstaub, jedoch gibt es Sorgen bezüglich Benzo(a)pyren. Die Messungen für NO2 und PM2.5 sowie PM10 bleiben im Vergleich zu 2024 stabil. Im Gegensatz dazu wurde der Zielwert für Benzo(a)pyren, der 2024 erreicht wurde, 2025 wieder überschritten. Die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz diskutierte dies am 5. März mit Gemeinden und Verbänden und informierte danach die Presse. Die Situation bei Feinstaub und Stickoxiden in Südtirol ist seit vielen Jahren stabil und hat einen positiven Trend. Aufgrund der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie, die die Zulassungswerte halbiert und bis 2026 in Italien umgesetzt werden soll, müssen wir jedoch unsere Anstrengungen erhöhen, so Umweltlandesrat Peter Brunner. Zudem gibt es noch Verbesserungsbedarf beim Heizen mit Holz, weshalb die Sensibilisierung der Bevölkerung zu diesem Thema wichtig ist.

Weniger Stickoxide trotz mehr Verkehr dank Euro 6-Motoren
„Stickstoffdioxide sind vor allem auf den Straßenverkehr und hier hauptsächlich auf Dieselfahrzeuge zurückzuführen“, berichtete der Direktor des Labors für Luftanalysen und Strahlenschutz Luca Verdi. „Trotz des Anstiegs des Verkehrsaufkommens in den letzten Jahren entsprechen die Stickstoffdioxid-Konzentrationen 2025 in etwa den Werten des Vorjahres. An den meisten Messstationen liegen sie leicht unter dem Vorjahreswert.“ Dies sei, so Verdi, auf die fortlaufende Erneuerung des Fahrzeugbestands in Südtirol zurückzuführen: „Südtirol zählt einen Gesamtfuhrpark von circa 340.000 Fahrzeugen. Jährlich werden rund 10.000 bis 15.000 Fahrzeuge neu zugelassen. Mittlerweile sind 40 Prozent des Gesamtfuhrparks Euro 6-Motoren mit erheblich weniger Emissionen als die Euro 1 bis Euro 5-Modelle.“

Benzo(a)pyren durch richtiges Heizen mit Holz vermeiden
Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm, ging auf das krebserregende Benzo(a)pyren ein, das etwa bei der unvollständigen Verbrennung von Holz in Öfen oder Kaminen entsteht: „In ländlichen Gebieten, in denen Holzheizungen verbreitet sind, kommt es damit immer wieder zu Problemen. So wurde 2025 erneut eine Überschreitung des Zielwertes von Benzo(a)pyren in der Messstation Latsch verzeichnet. Latsch ist dabei ein repräsentativer Messpunkt für Orte in Tallagen. Einer der Gründe ist sicherlich die Meteorologie: Die thermische Inversion verhindert häufig die Ausbreitung der Schadstoffe.“

Entscheidend ist das richtige Heizen mit Holz: Aus diesem Grund hat das Land Südtirol mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt und Energiesicherheit das Projekt „Heizen mit Holz, aber richtig“ ins Leben gerufen. „Gemeinsam mit der Berufsgruppe der Kaminkehrer sensibilisieren wir für die richtige Art und Weise des Holzfeuerns: Es vor allem darum, trockenes Holz zu verwenden, es richtig anzuordnen – die größeren Holzscheite kommen nach unten und die kleineren nach oben – , es von oben anzuzünden, die Luftzufuhr vollständig zu öffnen und die Heizungsanlagen regelmäßig warten zu lassen“, betont der Amtsdirektor. Ziel des Projekts, das noch bis Ende 2027 läuft, ist es, dass die Südtirolerinnen und Südtiroler ihre Holzöfen und -herde bestmöglich betreiben, damit Schadstoffe reduziert werden können.

Alle Daten zur Luftqualität sind online auf dem Webportal des Landes abrufbar.

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