Erstes Wohnprojekt mit Preisbindung in Südtirol entsteht in Schlanders

In der Vinschger Hauptgemeinde werden 16 neue Wohnungen deutlich unter dem Marktwert gebaut. Das Pilotprojekt soll leistbares Wohnen für Einheimische sichern.

Two people standing in front of a construction site, with safety signs and a construction barrier visible in the background.
Foto: Thomas Bodner

Die hohen Immobilienpreise machen den Traum vom Eigenheim für viele Südtirolerinnen und Südtiroler zunehmend unerreichbar. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die Landesregierung das Modell des „Wohnens mit Preisbindung“ auf den Weg gebracht. Nun nimmt dieses Konzept konkrete Formen an: In Schlanders entsteht derzeit das südtirolweit erste Bauprojekt, das vollständig nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen für leistbares Wohnen umgesetzt wird.

Kürzlich machten sich der Landesrat für Raumordnung, Peter Brunner, und die Schlanderser Bürgermeisterin Christine Kaaserer vor Ort ein Bild vom Baufortschritt der 16 neuen Wohnungen. Das Besondere an diesem Pilotprojekt: Die Immobilien werden zu Preisen verkauft, die schätzungsweise 20 bis 30 Prozent unter dem regulären Marktwert liegen. Zusätzlich unterstützt das Land das Vorhaben mit Beiträgen von bis zu 80.000 Euro pro Wohnung, die unter anderem für Grund- und Infrastrukturkosten zweckgebunden sind.

Strenge Kriterien gegen Spekulation Um sicherzustellen, dass die Immobilien nicht als Spekulationsobjekte genutzt werden, gelten klare Spielregeln. Der zulässige Höchstpreis ist sowohl für den Erstverkauf als auch für einen eventuellen Weiterverkauf streng gedeckelt – und das für eine Dauer von 20 Jahren. Doch auch nach Ablauf dieser Frist greift ein Schutzmechanismus: Die Wohnungen sind weiterhin an die Voraussetzung gebunden, dass sie von in der Gemeinde ansässigen Personen bewohnt werden müssen.

Das Angebot richtet sich gezielt an zwei Gruppen: Einerseits an Haushalte, die die klassischen Kriterien für den geförderten sozialen Wohnbau erfüllen. Andererseits an Personen mit mittlerem Einkommen, die in Schlanders ansässig sind, deren Verdienst aber nicht ausreicht, um auf dem freien Markt Wohneigentum zu erwerben.

Mit dem Projekt in Schlanders, das von privaten Bauträgern (Pohl Immobilien) in Zusammenarbeit mit der Arche im KVW realisiert wird, feiert das Land eine wichtige Premiere in der Wohnbaupolitik. Es soll als Vorzeigemodell für weitere Gemeinden in Südtirol dienen und aufzeigen, dass bezahlbarer Wohnraum durch gezielte politische Rahmenbedingungen realisierbar ist.