Social-Media-Verbot für Kinder: Achammer trifft Familienministerin

Der Schutz von Minderjährigen im digitalen Raum rückt in den Fokus der Politik. Landesrat Philipp Achammer hat bei einem Treffen in Rom auf striktere Regeln und mögliche Altersbeschränkungen für soziale Netzwerke gedrängt.

Two individuals posing together in an indoor setting, with an Italian flag and European Union flag visible in the background.
Foto: LPA/René Ploner

Die exzessive Nutzung von Smartphones und sozialen Medien durch Kinder und Jugendliche sorgt bei Eltern, Lehrkräften und Experten zunehmend für Alarmstimmung. Cybermobbing, sinkende Aufmerksamkeitsspannen und negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sind nur einige der viel diskutierten Folgen. Um dieser Entwicklung auf politischer Ebene wirksam entgegenzutreten, hat sich der Südtiroler Landesrat Philipp Achammer in Rom mit der italienischen Familienministerin zu einem Arbeitsgespräch getroffen.

Ganz oben auf der Agenda stand die Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder unter einem bestimmten Alter. Achammer betonte bei dem Treffen die Dringlichkeit, Minderjährige besser vor den Risiken der digitalen Welt zu schützen. Bisherige Appelle an die Eigenverantwortung der großen Tech-Konzerne und Plattformbetreiber hätten nicht die gewünschte Wirkung gezeigt.

Der Landesrat plädierte dafür, auf gesamtstaatlicher Ebene mutige und konkrete Schritte zu setzen. Diskutiert wurden unter anderem verbindliche Altersgrenzen für die Erstellung von Profilen auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat sowie die Einführung strikter und funktionierender Systeme zur Altersverifikation. „Wir dürfen unsere Kinder mit den Herausforderungen und Gefahren, die von den Algorithmen der sozialen Netzwerke ausgehen, nicht länger alleine lassen. Es braucht klare rote Linien“, unterstrich Achammer die Südtiroler Position.

Die Familienministerin zeigte sich den Anliegen aus Südtirol gegenüber sehr aufgeschlossen und betonte, dass der Jugendschutz im digitalen Raum auch für die Regierung in Rom eine hohe Priorität habe. Beide Seiten vereinbarten, in engem Austausch zu bleiben, um mögliche gesetzliche Initiativen sowie breit angelegte Sensibilisierungskampagnen für Eltern und Schulen weiter voranzutreiben. Das gemeinsame Ziel müsse es sein, eine gesunde Balance zwischen digitaler Teilhabe und dem zwingend notwendigen Schutz der kindlichen Entwicklung zu finden.