Sexualisierte Gewalt: Tabu brechen, Prävention stärken

Eine neue Wanderausstellung thematisiert die transgenerationalen Folgen sexualisierter Gewalt. Landesrätin Pamer unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung im Kampf gegen Missbrauch und Femizide.

A vintage wooden crib with a teddy bear dressed in a blue and white striped outfit sitting on a white blanket, displayed in a gallery setting.
Foto: LPA/Katharina Fleischmann

Das Thema sexualisierte Gewalt ist in der Gesellschaft oft noch immer schambesetzt. Um dieses drückende Schweigen zu brechen und das Bewusstsein für die weitreichenden Folgen zu schärfen, widmet sich eine Wanderausstellung intensiv dieser Thematik. Landesrätin Rosmarie Pamer nahm den Besuch der Ausstellung zum Anlass, um auf die Dringlichkeit von Präventionsarbeit und Hilfsangeboten aufmerksam zu machen.

Die aktuelle Schau rückt ein besonders sensibles Thema in den Fokus: die transgenerationalen Folgen sexualisierter Gewalt. Sie verdeutlicht, wie traumatische Gewalterfahrungen nicht nur das Leben der direkten Opfer prägen, sondern oft auch über Generationen hinweg nachwirken, wenn das Erlebte nicht aufgearbeitet wird. Kürzlich besichtigte Landesrätin Pamer die Ausstellung gemeinsam mit Sissi Prader, Vorstandsmitglied und langjährige Leiterin des Frauenmuseums, sowie der amtierenden Museumsdirektorin Julia Aufderklamm.

Für Landesrätin Rosmarie Pamer ist die öffentliche Auseinandersetzung mit der Thematik unerlässlich: „Es ist unsere gemeinsame gesellschaftliche Verantwortung, gegen jede Form von Gewalt vorzugehen und die Prävention zu stärken.“ Dass dieser präventive Ansatz dringender denn je ist, zeigt die erschütternde Aktualität. Pamer verwies auf den jüngsten Femizid in Bergamo – es ist italienweit bereits die elfte Tötung einer Frau in diesem Jahr. Solche Gewalttaten unterstreichen auf dramatische Weise, dass der Schutz von Frauen und die Sensibilisierung der Gesellschaft kontinuierlichen Einsatz erfordern.

Um Frauen in Gewaltsituationen nicht alleinzulassen, verfügt Südtirol über ein engmaschiges Netz an Hilfsangeboten. Betroffene finden in den Frauenhausdiensten und geschützten Wohnungen landesweit sichere Zuflucht, professionelle Beratung und konkrete Unterstützung für den Weg aus der Gewaltspirale.

Hier finden Betroffene kostenlose, vertrauliche Hilfe:

Folgende Grüne Nummern der Beratungsstellen und Frauenhäuser sind rund um die Uhr erreichbar:

  • Bozen: 800 276 433
  • Meran: 800 014 008
  • Brixen: 800 601 330

Telefonische Erreichbarkeit zu festen Zeiten:

  • Bozen (Geschützte Wohnungen): 800 892 828 (Mo–Fr von 8.00 bis 12.30 Uhr und Mo–Do von 13.30 bis 17.00 Uhr)
  • Bruneck (Beratungsstelle und Geschützte Wohnungen): 800 310 303 (Mo–Fr von 8.30 bis 12.00 Uhr)