Aufatmen im Gadertal: Rettung für den Schutzwald startet Ende April

Stürme und der Borkenkäfer haben den Wäldern im Tal in den letzten Jahren schwer zugesetzt. Nun rücken die Forstarbeiter an, um die beschädigten Hänge zu sichern und gezielt aufzuforsten.

A group of five men standing outdoors in a forested area, engaged in conversation. In the background, there are stacked logs and remnants of snow on the ground, surrounded by trees and a mountainous landscape.
Foto: LPA/Ressort Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus/sp

Gadertal – Wenn der Wald oberhalb der eigenen Haustür leidet, wird es schnell ungemütlich. Im Gadertal haben extreme Wetterereignisse und nicht zuletzt der gefräßige Borkenkäfer tiefe Wunden in den so wichtigen Schutzwald geschlagen. Doch jetzt gibt es gute Neuigkeiten für die Anrainer: Ab Ende April rollen die Maschinen an, und die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten starten in die heiße Phase.

Ohne einen intakten Schutzwald hätten viele Dörfer in den Südtiroler Tälern ein gewaltiges Problem. Die Bäume halten den Schnee zurück, bremsen Steinschläge und saugen bei Starkregen das Wasser auf wie ein riesiger Schwamm. Im Gadertal ist diese natürliche Schutzmauer an einigen steilen Hängen allerdings ziemlich brüchig geworden. Kahlschläge und abgestorbene Bäume prägen dort teils das Bild. Um zu verhindern, dass bei den nächsten heftigen Gewittern oder im kommenden Winter Hänge abrutschen, muss das zuständige Forstinspektorat nun rasch handeln.

Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher betonte kürzlich, wie wichtig dieser Einsatz für die Sicherheit der Talbevölkerung ist. Man könne nicht einfach zuschauen, wie der Schutzmantel der Dörfer immer dünner werde. Deswegen hat das Land nun die entsprechenden Mittel freigegeben. Sobald Ende April der meiste Schnee in den höheren Lagen geschmolzen ist und die Böden abgetrocknet sind, legen die Arbeiter los.

Zuerst müssen die Forstarbeiter das Totholz und die vom Käfer befallenen Stämme aus den steilen Flanken holen. Das ist eine absolute Knochenarbeit, bei der wegen des schwierigen Geländes oft auch Seilbahnen oder sogar Hubschrauber zum Einsatz kommen. Liegenbleiben darf das Schadholz nämlich auf keinen Fall, sonst breitet sich der Schädling nur noch weiter aus. Im zweiten Schritt verbauen die Experten dann das Gelände mit quergelegten Holzstämmen, um die steilen Hänge provisorisch abzustützen. Das gibt dem Berg den nötigen Halt, bis die Natur wieder selbst das Kommando übernimmt.

Denn natürlich wird auch frisches Leben in den Wald gebracht. Wo es nötig ist, setzen die Forststationen unzählige kleine Bäumchen. Dabei achtet man bewusst auf einen klimafitten Mix aus verschiedenen Baumarten, die künftigen Wetterextremen deutlich besser trotzen sollen als die reinen Fichtenwälder von früher. Für die Anrainer bedeutet das Projekt jetzt zwar ein paar Wochen Baustellenlärm und brummende Motorsägen, aber dafür können sie bei den nächsten Unwettern wieder deutlich ruhiger schlafen.