Der öffentliche Nahverkehr soll für Menschen mit Sehbehinderung noch zugänglicher werden. Bei einem Treffen in Bozen standen konkrete Maßnahmen wie bessere akustische Ansagen und die Sensibilisierung des Fahrpersonals im Mittelpunkt.

Sich selbstständig im Alltag fortbewegen zu können, ist ein zentrales Stück Lebensqualität. Um blinden und sehbehinderten Menschen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in Südtirol weiter zu erleichtern, haben sich kürzlich Vertreter des Südtiroler Verbandes für Blinde und Sehbehinderte mit der Nahverkehrsgesellschaft SASA AG und dem Ressortdirektor für Mobilität, Martin Vallazza, zu einem Arbeitsgespräch getroffen.
Im Fokus des konstruktiven Austauschs stand der Abbau noch bestehender Hürden im Liniennetz. Konkret diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie die akustischen Fahrgastinformationen weiter optimiert werden können. Eine besondere Rolle spielen dabei unter anderem verlässliche Außenansagen an den Bussen, die es Menschen mit einer Sehbehinderung erleichtern, die richtige Linie an den Haltestellen zielsicher zu erkennen.
Mobilitätsressortdirektor Martin Vallazza betonte bei dem Treffen die Relevanz einer inklusiven Infrastruktur: „Wir nehmen die vorgebrachten Anliegen sehr ernst und freuen uns über diesen direkten Austausch. Die Optimierung der akustischen Fahrgastinformationen schreitet laufend voran.“
Doch Technik allein reicht oft nicht aus – auch der menschliche Faktor spielt im Nahverkehr eine entscheidende Rolle. Die SASA AG setzt daher gezielt auf die Sensibilisierung ihres Fahrpersonals. Bereits im vergangenen Jahr wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband ein spezieller Workshop für angehende Fahrerinnen und Fahrer organisiert, um das Bewusstsein für die Bedürfnisse von Menschen mit visuellen Einschränkungen zu schärfen.
„Wir sind intensiv darum bemüht, unser Personal gut für die besonderen Herausforderungen von Menschen mit Sehbehinderungen zu sensibilisieren“, erklärte SASA-Präsidentin Astrid Kofler. Der regelmäßige Dialog zwischen den Betroffenenvertretern und den Verkehrsbetreibern soll auch in Zukunft fortgesetzt werden, um das Bussystem in Südtirol Schritt für Schritt barrierefreier zu gestalten.
