Ein „Speed-Dating“-Format in Bozen ermöglichte den direkten Austausch zwischen künftigen Fachkräften und der lokalen Wirtschaft auf Augenhöhe.

Der Schritt von der Schule ins Berufsleben ist für viele Jugendliche eine Hürde, die oft mit abstrakten und anonymen Bewerbungsverfahren beginnt. Um diesen Einstieg greifbarer zu machen, wählte die Landesberufsschule „Luigi Einaudi“ in Bozen kürzlich einen direkteren Weg: Bei einem „Speed-Dating für die Zukunft“ saßen sich Schülerinnen, Schüler und Personalverantwortliche lokaler Unternehmen direkt am Tisch gegenüber.
Im Mittelpunkt der Initiative stand die unmittelbare, persönliche Begegnung. Anstatt Zeugnisse und standardisierte Lebensläufe in den Vordergrund zu stellen, ging es in den mehrminütigen Kurzgesprächen vor allem um den ersten Eindruck. Das Format verlangte von den Jugendlichen, sich in kurzer Zeit vorzustellen und ihre Motivation zu formulieren. Beobachter des Formats berichteten, wie die anfängliche Anspannung der Schülerinnen und Schüler im direkten Gespräch oft einem fokussierten und offenen Dialog wich.
Konkrete Chancen für Praktika und Beruf
Das Zusammentreffen diente nicht nur als realitätsnahes Übungsfeld für künftige Vorstellungsgespräche. Für viele der beteiligten jungen Erwachsenen und die anwesenden Vertreter der Südtiroler Betriebe bot sich die konkrete Gelegenheit, erste Kontakte für anstehende Sommerpraktika oder spätere Anstellungsverhältnisse zu knüpfen.
Der direkte Austausch half dabei, Hürden abzubauen, die bei rein schriftlichen Verfahren oft bestehen bleiben. Jugendliche, die ihre Stärken eher in der mündlichen Kommunikation und im persönlichen Auftreten als auf dem Papier haben, erhielten durch die kurzen Gespräche eine faire Möglichkeit, sich den Unternehmen zu präsentieren.
Ein geschützter Rahmen für den Ernstfall
Die Lehrkräfte und die Direktion der Berufsschule begleiteten den Prozess im Hintergrund. Sie schufen damit einen vertrauten und geschützten Rahmen innerhalb der Schule, in dem die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit potenziellen Arbeitgebern unter realen Bedingungen erproben konnten.
Die Veranstaltung an der Einaudi-Schule dokumentiert sachlich einen Trend in der beruflichen Integration: Auch in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt bleibt das direkte, zwischenmenschliche Gespräch ein wesentliches Element, um junge Menschen und die Anforderungen der Wirtschaft erfolgreich zusammenzuführen.
