Tina Blase, Regina Kehn und Fee Krämer touren durch das Land, um in 36 persönlichen Begegnungen den Entstehungsprozess von Büchern erlebbar zu machen.

Für Kinder und Jugendliche ist ein Buch oft ein in sich geschlossenes Universum. Wenn jedoch die Person, die sich diese Welt ausgedacht und zu Papier gebracht hat, plötzlich im Raum steht und daraus vorliest, verändert sich die Perspektive auf das geschriebene Wort. Genau diese direkte Begegnung zwischen Kulturschaffenden und jungem Publikum steht im Zentrum der Südtiroler Lesewoche 2026, die vom 13. bis 17. April stattfindet.
Seit über 40 Jahren organisiert das Landesamt für Bibliotheken und Lesen dieses Format zweimal jährlich. Das Konzept basiert darauf, Literatur aus der abstrakten Theorie des Unterrichts herauszuholen und zu einem zwischenmenschlichen Ereignis zu machen. In diesem Frühjahr stehen insgesamt 36 Lesungen in Kindergärten, Schulen und öffentlichen Bibliotheken in ganz Südtirol auf dem Programm.
Drei Autorinnen, drei Zugänge zur Literatur
Um den Kindern und Jugendlichen verschiedene Facetten des Schreibens und Illustrierens zu zeigen, wurden für die anstehende Tour drei deutschsprachige Autorinnen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen eingeladen:
- Tina Blase: Die 1975 in Hamburg geborene Schriftstellerin kennt die Buchbranche aus zwei Perspektiven. Bevor sie selbst begann, eigene Geschichten zu verfassen, arbeitete sie als Lektorin. Bei ihren Lesungen kann sie dem Publikum somit den gesamten Weg eines Buches – von der ersten Idee bis zur gedruckten Seite – aus eigener Erfahrung schildern.
- Regina Kehn: Als „schreibende Zeichnerin“ nähert sich Kehn dem Erzählen stark über das Visuelle. Sie ist nicht nur als Autorin tätig, sondern auch als Illustratorin, die bereits Briefmarken entworfen hat. Im Jahr 2025 veröffentlichte sie ihren ersten eigenen Comic „Einmal kurz nicht aufgepasst“. In den Begegnungen mit den Schülern kann sie aufzeigen, wie Text und Bild bei der Entwicklung einer Geschichte ineinandergreifen.
- Fee Krämer: Die 1984 geborene Autorin verfasst neben Kinderbüchern auch Hör- und Drehbücher. Ihr erstes Buch erschien 2014, seit 2016 arbeitet sie freischaffend. Mit aktuellen Werken wie „Giselala & Flup“ oder „Nur noch einmal!“ bringt sie Stoffe in die Klassenräume, die speziell auf die Lebenswelt der jüngeren Zuhörer zugeschnitten sind.
Der Raum für Fragen
Bei den 36 geplanten Terminen geht es nicht um den reinen, einseitigen Vortrag von Texten. Die Veranstaltungen sind so konzipiert, dass sie den Kindern und Jugendlichen Raum für den direkten Dialog bieten. Fragen zur Ideenfindung, zum Arbeitsalltag einer Schriftstellerin oder zu kreativen Blockaden stehen dabei ebenso im Raum wie die Geschichten selbst.
Diese Gespräche auf Augenhöhe in den vertrauten Räumen der Schulen und Bibliotheken machen den Beruf des Autors greifbar und veranschaulichen sachlich, dass hinter jedem gebundenen Buch Menschen mit ihren ganz persönlichen Arbeits- und Denkprozessen stehen.
