Auf der Suche nach einem sicheren Schlafplatz gerät ein Mann in eine prekäre Notlage. Die unkomplizierte Zusammenarbeit von Passanten und Rettern zeigt die menschliche Seite der Stadt.
Wenn die meisten Menschen abends die Haustür hinter sich abschließen und sich ins warme Bett begeben, beginnt für andere der härteste Teil des Tages: die Suche nach einem sicheren und trockenen Schlafplatz. In der Nacht auf Donnerstag trieb genau diese alltägliche Not einen Mann in der Bozner Altstadt zu einer verzweifelten Aktion.
Auf der Suche nach ein wenig Schutz kletterte er auf das Vordach der St.-Johann-Kirche. Offenbar hoffte er dort oben einfach nur auf etwas Ruhe vor der Kälte und dem Trubel der Straße. Doch was als sichere Zuflucht gedacht war, wurde schnell zu einer gefährlichen Falle. Dass dieser Abend ein gutes Ende nahm, ist einem aufmerksamen Passanten zu verdanken, der auf seinem Nachhauseweg nicht einfach wegschaute. Er entdeckte den Mann in der Dunkelheit, erkannte die Gefahr und alarmierte sofort die Einsatzkräfte.
Dass Hilfe auch ohne große Hürden und formelle Wege funktionieren kann, zeigte sich in den darauffolgenden Minuten. Polizei und Feuerwehr waren schnell vor Ort, wählten aber einen besonders pragmatischen und menschlichen Weg: Anstatt eine aufwendige Bergung über Leitern zu starten, wurde der Mesner der Kirche hinzugezogen. Dieser zögerte nicht und schloss den Kirchturm auf.
Durch diesen direkten Zugang konnten die Retter den Mann sicher, ruhig und vor allem unversehrt vom Dach nach unten begleiten. Der Vorfall endete ohne Verletzungen und ohne große Aufregung – und erinnert eindrücklich daran, dass hinter polizeilichen Einsatzmeldungen oft Menschen mit ihren ganz eigenen Schicksalen stehen. Manchmal reicht schon das hinsehende Auge eines Mitmenschen, um in der Dunkelheit der Stadt Schlimmeres zu verhindern.
