Eine neue, gemeinsame Gesellschaft soll in Bozen künftig lokalen Wasserstoff produzieren. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das vor allem eines: Ein wichtiger Schritt zu abgasfreien Straßen und einer besseren Luftqualität.

Wer morgens in den Bus steigt, um zur Arbeit oder in die Schule zu fahren, wünscht sich vor allem eines: pünktlich und sicher anzukommen. Doch immer mehr Menschen im Land beschäftigt auch die Frage, welche Spuren unsere alltägliche Mobilität in der Natur hinterlässt. Um den öffentlichen Nahverkehr in Südtirol nicht nur verlässlich, sondern auch klimaschonend zu gestalten, bündeln SASA und Alperia nun ihre Kräfte. Die Landesregierung hat grünes Licht für die Gründung einer gemeinsamen Zweckgesellschaft gegeben, die künftig vor Ort sauberen Wasserstoff produzieren wird.
Was in Verwaltungsakten unter dem Projektnamen „Hydrogen Adige Valley“ läuft und nach einem hochtechnischen Infrastrukturvorhaben klingt, hat eine sehr greifbare Bedeutung für unser alltägliches Lebensumfeld. In Bozen Süd wird künftig eine moderne Anlage entstehen, die nicht auf klimaschädliche fossile Brennstoffe setzt. Stattdessen wird direkt daneben eine eigene, leistungsstarke Photovoltaikanlage errichtet. Diese fängt die Sonnenstrahlen ein und liefert – zusammen mit Wasserkraft – die erneuerbare Energie, die gebraucht wird, um sogenannten „grünen Wasserstoff“ herzustellen.
Wasserdampf statt Abgaswolken
Dieser selbstgemachte, umweltfreundliche Kraftstoff wird in einem ersten Schritt direkt in die Busflotte der SASA fließen, die unter anderem in Bozen und Meran unterwegs ist. Für die Fahrgäste ändert sich am gewohnten Komfort der Busfahrt nichts – doch aus den Auspuffrohren dieser speziellen Fahrzeuge kommt dann keine belastende Abgaswolke mehr, sondern lediglich reiner Wasserdampf. Es ist ein beruhigender Gedanke, dass die alltägliche Fahrt durch die Stadt künftig aktiv dazu beitragen kann, die Lärm- und Feinstaubbelastung in unseren Straßen spürbar zu senken.
Unabhängigkeit durch lokale Zusammenarbeit
Dass sich mit SASA und Alperia zwei starke regionale Akteure für dieses Projekt zusammenschließen, ist auch wirtschaftlich ein kluges Signal. Anstatt auf teure und umweltbelastende Treibstoffe aus dem Ausland angewiesen zu sein, baut sich Südtirol hier ein Stück Unabhängigkeit auf.
Die Wertschöpfung bleibt im Land, und die Ressourcen, die uns durch Sonne und Wasserkraft zur Verfügung stehen, werden sinnvoll für das Gemeinwohl genutzt. Der Startschuss für diese neue Gesellschaft zeigt auf ermutigende Weise: Ein sauberer, emissionsfreier Alltag ist keine ferne Zukunftsutopie, sondern ein Konzept, an dem hier und heute direkt vor unserer Haustür gebaut wird.
