Goldgelbe Vergilbung: Land Südtirol setzt auf konsequente Maßnahmen zum Schutz des Weinbaus

Mit einer aktuellen Landtagsanfrage richtet Jürgen Wirth Anderlan den Blick auf die Entwicklung der Goldgelben Vergilbung im Südtiroler Weinbau. In der Beantwortung der Anfrage wird dargelegt, welche Maßnahmen seit dem Auftreten der Krankheit im Jahr 2018 gesetzt wurden und wie der Schutz der Rebflächen in Südtirol sichergestellt wird.

„Die Goldgelbe Vergilbung zählt zu den gefährlichsten Rebenkrankheiten und kann bei unkontrollierter Ausbreitung erhebliche Schäden verursachen – deshalb setzen wir in Südtirol auf ein konsequentes Kontrollsystem“, unterstreicht der zuständige Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher. „Unser Ziel ist es, durch laufende Untersuchungen und den engen Austausch mit Winzerinnen und Winzern eine weitere Ausbreitung zu verhindern und damit die Zukunftsfähigkeit des Südtiroler Weinbaus zu sichern.“

Seit 2018 wurden in mehreren Bezirken Südtirols bestätigte Fälle der Goldgelben Vergilbung festgestellt, insbesondere im Unterland und im Überetsch. 2024 wurden insgesamt 144 Fälle nachgewiesen, 2025 waren es 106. Wird der Erreger der Krankheit mittels PCR-Analyse amtlich bestätigt, müssen die betroffenen Rebstöcke gerodet werden. In ausgewiesenen Befallszonen müssen darüber hinaus alle Reben mit typischen Symptomen entfernt werden, auch wenn noch kein Laborbefund vorliegt. Rebanlagen mit einem Befallsgrad von mehr als 20 Prozent wurden bisher nicht festgestellt, weshalb es bislang zu keiner angeordneten vollständigen Rodung einer gesamten Anlage gekommen ist.

Parallel zu den Rodungsmaßnahmen setzt das Land auf klare rechtliche Vorgaben. Werden Anordnungen des Pflanzenschutzdienstes – insbesondere die Rodung befallener Reben – nicht eingehalten, können Verwaltungsstrafen verhängt werden. Diese Maßnahmen dienen dem Schutz angrenzender Weinbauflächen und der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Krankheit.

Der Landespflanzenschutzdienst wird auch künftig die Entwicklung genau beobachten und die Betriebe fachlich begleiten. Das Land Südtirol bekräftigt damit seinen Kurs eines verantwortungsvollen Umgangs mit einer der derzeit größten Herausforderungen im Weinbau.