
In Stegen wird derzeit die alte Kehrerbrücke aufgrund längst überfälliger Bauarbeiten abgerissen und neu errichtet. Eigentlich ein Grund zum Feiern, da damit die faschistischen Zeichen, die an der Brücke eingemeißelt sind, verschwinden sollten. Leider plant die Gemeinde Bruneck jedoch, diese faschistischen Zeichen wieder an der neuen Brücke anzubringen. Für die Süd-Tiroler Freiheit Bruneck ist das ein Schlag ins Gesicht der deutschen und ladinischen Sprachgruppe, die unter dem Faschismus gelitten hat.
Doch nicht nur Süd-Tiroler, sondern auch viele Italiener haben unter dem Faschismus gelitten und wurden verfolgt. Deshalb ist es heute wie damals wichtig, sich gegen den Faschismus zu erheben. Auch der oft gehörten Aussage, man dürfe den Italienern um des Friedens willen ihre faschistischen Relikte nicht nehmen, widerspricht die Süd-Tiroler Freiheit Bruneck entschieden. Denn die meisten Italiener sind selbst gegen den Faschismus.
Einer der bekanntesten Vertreter dieser Haltung war Ferruccio Parri, der erste Ministerpräsident Italiens in der Nachkriegszeit. Zwar war er nur fünf Monate im Amt, setzte sich aber konsequent für die Säuberung des Staates vom Faschismus und dessen Relikte ein.
Für die Süd-Tiroler Freiheit Bruneck gibt es nur zwei akzeptable Lösungen: Entweder werden die faschistischen Zeichen der Kehrerbrücke in ein Museum überführt, wo sie als Teil der Geschichte erklärt werden, oder sie werden zerstört. Damit würde auch die Polemik ein für alle Mal enden und die Kehrerbrücke endlich zu dem werden, was sie sein soll: eine Brücke, und nichts anderes, so Andreas Lang, Ortssprecher der Süd-Tiroler Freiheit Bruneck.
