Unterland-Umbruch: Senatswahlkreis-Meran spaltet Südtirol erneut und löst politische Fronten03 / 09 / 2026
Mitte‑rechts will das Unterland an Meran anbinden, während SVP und Grüne den ethnischen Bruch als Angriff auf die Autonomie verurteilen.
Der Senat hat einen Änderungsantrag der Mitte‑rechts‑Fraktionen Urzì und Bianchi eingebracht, der das südtirolerische Unterland künftig dem Senatswahlkreis Meran zuordnen soll. Gleichzeitig soll ein mehrheitlich italienischsprachiger Wahlkreis aus Bozen, Leifers, Pfatten und Branzoll entstehen, um eine Aufteilung des Unterlands auf mehrere Kreise zu verhindern. Der Verfassungsausschuss soll den Antrag noch im September prüfen.
In der SVP sorgt der Vorschlag für heftigen Widerstand. Bezirksobmann Norbert Mayr erklärt, dass die Ausgliederung von Branzoll nach Bozen die italienische Mehrheit bereits sichere und die deutschen Stimmen marginalisieren würde. Die Grünen und die Süd‑Tiroler Freiheit kritisieren die geplante ethnische Teilung als Kniefall vor postfaschistischen Kräften und warnen vor einem dauerhaften Verlust autonomiefreundlicher Vertretung im Senat.
Der Konflikt verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen den Koalitionspartnern der Landesregierung und den Parteien, die die Autonomie Südtirols schützen wollen. Während die Mitte‑rechts‑Parteien den neuen Wahlkreis als Chance für einen italienischen Kandidaten sehen, betonen die Südtiroler Parteien, dass jede Neuordnung die politische Balance gefährdet. Die kommenden Wochen im Verfassungsausschuss werden entscheiden, ob das Unterland weiter geteilt oder als geschlossener Block erhalten bleibt.
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