Skigebiet Reinswald benötigt Liquidität14 / 09 / 2026  |  HITRADIO SÜDTIROL Torggler Sigi

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Skigebiet Reinswald benötigt Liquidität<span class="hitradio-master-datum">14 / 09 / 2026  |  HITRADIO SÜDTIROL Torggler Sigi</span>

In Sarntal soll eine neue 10er-Kabinenbahn für etwa 16 Millionen Euro gebaut werden, wobei die Bevölkerung in den Prozess eingebunden werden soll.Land und Gemeinde mit Banken werden sich ebenfalls an diesem Projekt einbinden lassen.PNRR Gelder sind vorhanden.

Im Sarntal stehen Veränderungen bevor. Die Reinswalder Bergbahnen planen, mit 16 Millionen Euro eine neue Hauptkabinenbahn zu bauen, was die größte Investition in der Unternehmensgeschichte darstellt. Präsident Julian Thaler möchte die lokale Bevölkerung einbeziehen und bietet ihnen die Möglichkeit zur Beteiligung an der Reinswalder Bergbahnen AG. Grund dafür ist, dass die alte Kabinenbahn 2027 30 Jahre alt wird und einer Generalrevision bedarf. Statt die alte Bahn zu renovieren, wird eine moderne Zehner-Kabinenbahn gebaut, die effizienter und komfortabler ist. Um das Projekt zu realisieren, setzt das Team auf die Gemeinschaft vor Ort. Mit dem Motto „Wer das Sarntal liebt, sollte auch ein Stück davon besitzen“ spricht Julian Thaler die Sarnerinnen und Sarner direkt an. Einheimische sollen als Miteigentümer Verantwortung für die Zukunft des Ski- und Wandergebiets übernehmen. Wichtige Entscheidungen sollen weiterhin lokal getroffen werden, damit Reinswald in „Sarner Händen“ bleibt. Das Skigebiet hat auch wirtschaftliche Bedeutung für das Tal. Etwa 50 Landwirte, 26 Skilehrer und 40 Mitarbeiter sind direkt mit den Bergbahnen verbunden, dazu kommen zahlreiche Betriebe aus Tourismus, Gastronomie, Handel und Handwerk.

Was im Sarntal aktuell für Aufsehen sorgt, ist in Südtirol kein Einzelfall. Immer wieder wurden Seilbahn- und Liftprojekte von lokalen Akteuren getragen oder durch eine breite Beteiligung der Bevölkerung ermöglicht. Einige Beispiele zeigen, wie tief die lokale Verankerung in der Südtiroler Seilbahngeschichte reicht:

Kronplatz Seilbahn (Bruneck, 1960): 1960 gründeten Ernst Lüfter und Brunecker Bürger die Kronplatz Seilbahn GmbH, die ein Jahr später zur AG wurde. Die Initiative sollte den Zugang zum Kronplatz von Bruneck aus ermöglichen.
Klausberg Seilbahn (Ahrntal, 1970): Zehn Ahrntaler gründeten die Gesellschaft zur Erschließung des Skigebiets. Daraus entwickelte sich über die Jahrzehnte eine breite Eigentümerstruktur mit zuletzt 153 Aktionären, darunter die Gemeinde Ahrntal als größter Einzelaktionär mit acht Prozent.
Obereggen (Eggental, 1970): 1970 gründeten elf Männer die Aktiengesellschaft Obereggen, um am Latemar ein Skigebiet zu schaffen. Das Projekt wurde durch eine Sammelaktion finanziert, bei der Vinzenz Zelger aktiv war. 1972 wurde das Skigebiet eröffnet.
Ratschings-Jaufen (1972): 1972 wurde die „Innerratschings-Jaufen GmbH“ unter Führung von Vinzenz Schölzhorn gegründet, eng verbunden mit der lokalen Bevölkerung und der Talentwicklung.
Dorflift Deutschnofen: Eine Gruppe Deutschnofner, angeführt von Heinrich Sparber, gründete eine Genossenschaft, um den vom Schließen bedrohten Dorflift zu retten. Mit Unterstützung der Bevölkerung und der Gemeinde wurden 530 Millionen Lire gesammelt, und die Genossenschaft wuchs von neun auf 132 Mitglieder. Dies zeigt die Bedeutung der lokalen Beteiligung beim Erhalt von Liftinfrastruktur.

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