Südtirols Autonomie im Fokus: Oskar Peterlinis neues Buch16 / 09 / 2026 | Robert
Der Dozent analysiert Geschichte, Recht und aktuelle Reformen und prüft, wie stabil das Modell für Minderheiten wirklich ist
Am 21. September stellte Oskar Peterlini, Dozent für öffentliches Recht an der Freien Universität Bozen, sein neues Werk „Wie eigenständig ist Südtirol? Geschichte, Recht und Politik“ vor. Die Buchpräsentation im Hörsaal D1.01 zog Wissenschaftler, Politiker und Interessierte an, die über die Zukunft der Südtirol‑Autonomie diskutierten.
Peterlini zeichnet in 286 Seiten den Weg von der Eingliederung Südtirols nach dem Ersten Weltkrieg über die faschistische Assimilationspolitik bis zum zweiten Autonomiestatut von 1972 nach. Er betont, dass das Autonomiemodell wesentlich zum friedlichen Zusammenleben der deutschen, italienischen und ladinischen Sprachgruppen beigetragen und Südtirol international als Erfolgsbeispiel etabliert habe.
Der Kern des Buches ist jedoch die Frage nach der gegenwärtigen Stabilität. Peterlini prüft die rechtlichen Grundlagen, die aktuelle Funktionsweise und die jüngste Autonomiereform 2026. Er identifiziert Stärken wie den starken Minderheitenschutz, weist aber auch Schwächen im Finanzierungsrahmen und in der politischen Willensbildung auf, die das System langfristig gefährden könnten.
Abschließend diskutieren Experten, ob Elemente des Südtiroler Modells auf andere Konfliktregionen übertragbar sind. Peterlinis Analyse liefert damit nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern ein Leitbild für die Gestaltung dauerhafter, inklusiver Autonomiesysteme.
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