Südtirols Privatwirtschaft wächst, Reallöhne schrumpfen weiter trotz steigender Beschäftigung08 / 10 / 2026 | Robert
Die neue ASTATh‑Erhebung zeigt, dass mehr Menschen arbeiten, aber die Kaufkraft der Löhne seit 2019 stark gesunken ist.
Laut der jüngsten ASTATh‑Erhebung waren 2024 rund 224.445 Menschen in Südtirols Privatwirtschaft beschäftigt – ein Anstieg von 2,2 % gegenüber dem Vorjahr. Vollzeitkräfte machen fast 160 000 aus, Teilzeitbeschäftigte rund 64.500. Frauen stellen mit 42,6 % einen bedeutenden Teil der Belegschaft dar, während der Anteil der über 60‑Jährigen von 5,9 % auf 8,1 % gewachsen ist.
Die Bruttojahresentgelte stiegen nominal von 30.134 Euro im Jahr 2019 auf 34.050 Euro 2024, ein Plus von 13 %. Die Inflation von 20,4 % über den gleichen Zeitraum ließ die Reallöhne jedoch um 6,2 % sinken. Erst im Jahresvergleich 2023‑2024 erholten sich die Reallöhne leicht um 2,1 %.
Der Medianlohn verdeutlicht den Kaufkraftverlust: 2024 lag er bei 29.851 Euro, real ein Rückgang von 8,4 % seit 2019. Männer verloren 8,2 %, Frauen 7,3 %. Besonders stark traf es die über 60‑Jährigen, deren Median um 9,5 % fiel. In den Branchen Beherbergung, Einzelhandel und Gastronomie lag der Median deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt.
Die Kollektivverträge zeigen ebenfalls Unterschiede: Tourismus (27.877 Euro), Handel (29.534 Euro) und Metall (35.721 Euro). Trotz höherer nominaler Löhne blieb in allen zehn untersuchten Verträgen ein realer Verlust, im Bauwesen sogar 18 %. Die Zahlen verdeutlichen, dass mehr Arbeit nicht automatisch zu steigender Kaufkraft führt.
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