Jagd im Wandel: Tradition, Verantwortung und Zukunft in Südtirol27 / 10 / 2026 | Robert
Bei der Hubertusmesse in Tramin reflektieren Jäger über Artenschutz, regionale Werte und die Bedeutung nachhaltiger Wildnutzung.
Am Samstag verwandelte sich Tramin in ein Zentrum der Jagd, als der Südtiroler Jagdverband gemeinsam mit den Jagdbezirken Unterland und Bozen eine feierliche Hubertusmesse in der Pfarrkirche abhielt. Über 700 Jägerinnen und Jäger kamen zusammen, um dem Schutzheiligen für ein unfallfreies Jahr und die vielen schönen Momente in der Natur zu danken. Der Höhepunkt war ein kurzer Auftritt von Prof. Markus Moling, der den ökologischen Reichtum des heimischen Wilds betonte.
Die Legende des Heiligen Hubertus, des achtseitigen Jägers, der einst ein leuchtendes Kruzifix zwischen den Geweihen eines Hirsches sah, steht seit Jahrhunderten für Demut und respektvollen Umgang mit der Schöpfung. Die heutige Hubertusmesse, deren Wurzeln im 19. Jahrhundert Frankreichs und Belgiens liegen, fand im deutschsprachigen Raum erst in den 1950er‑Jahren Verbreitung. In Tramin diente sie erneut als Symbol für die Verbindung von Brauchtum, Artenschutz und gemeinschaftlichem Zusammenhalt.
Angesichts wachsender Forderungen nach Regionalität, Bio‑Siegeln und Tierwohl suchen die Jäger den Dialog und Transparenz. Wildfleisch erfülle die modernen Ansprüche nach nachhaltiger, lokaler Ernährung, weshalb bei der Messe ausgewählte Wildspezialitäten einem breiten Publikum angeboten wurden. So soll die Jagd nicht nur als Brauchtum, sondern als Beitrag zu einer zukunftsfähigen Naturlandschaft verstanden werden.
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