Die Mumie aus dem Palais Mamming beim International Congress of Egyptologists in Leiden (Niederlande)06 / 09 / 2023

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Die Mumie aus dem Palais Mamming beim International Congress of Egyptologists in Leiden (Niederlande)06 / 09 / 2023

Der International Congress of Egyptologists wurde vom 6. bis 11. August in Leiden (Niederlande) abgehalten. Zu den Protagonisten zählten auch der ägyptische Sarkophag und die Mumie aus dem Palais Mamming in Meran. Organisiert wurde der Kongress von der Universität Leiden, in erster Linie von Olaf Kaper und Miriam Müller, beide Professoren für Ägyptologie, mit der Unterstützung des archäologischen Museums Rijksmuseum van Oudheden, des Internationalen Ägyptologen-Verbands und des International Council of Museums (ICOM). Neunhundert Teilnehmer aus allen Ländern der Welt. Zahlreiche wichtige Persönlichkeiten nahmen an der Einweihungsfeier im Stadttheater am Sonntag, dem 6. August, teil, darunter der Minister für Tourismus und Altertümer der Arabischen Republik Ägypten, Khaled el-Enany Ezz, der ägyptische Botschafter Hatem Elsayed Mohamed Kamaleldin, der Leidener Bürgermeister Henri Lenferink, die Präsidentin des Internationalen Ägyptologen-Verbands Willeke Wendrich, Direktorin des Cotsen-Instituts an der Universität Los Angeles, die den Staffelstab an Professor Tarek Tawfik übergab, Professor Monica Hanna, Ägyptologin und Dekanin der Arabischen Akademie für Wissenschaft, Technologie und Seeverkehr, die sich für den Schutz ägyptischer Kulturgüter einsetzt, Ola El Aguizy, Ägyptologe aus Ägypten und Emeritus der Universität Kairo, und schließlich der Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer, Mustafa Waziry, der sich durch seine unzähligen Entdeckungen und seine unermüdliche Arbeit einen Namen gemacht hat. Aus dem Sudan war auch der Direktor des Museums von Khartum, Hatim Alnour, online anwesend. Die einzelnen Vorträge waren in Einheiten mit spezifischen Themen organisiert, wie zum Beispiel Keramik, Bestattungsrituale, Tiere, Tempelarchäologie, verschiedene archäologische Stätten, Museumspädagogik, wobei ägyptologische bis hin zu musealen Themen behandelt wurden.

Bei diesem internationalen Event und im Rahmen der physischen Anthropologie stellten Sabina Malgora, Leiterin des Forschungs- und Projektentwicklungszentrums Mummy Project (www.mummyproject.it) und Kuratorin mehrerer ägyptischer Sammlungen in norditalienischen Museen, und die Referentin Francesca Motta, Osteoarchäologin des Mummy Project, die ägyptischen Fundstücke aus dem Palais Mamming in Meran vor. Während der Konferenz wurden die wichtigsten Fallstudien des Forschungszentrums von 2007 bis heute präsentiert, unter denen das Forschungs-, Studien- und Valorisierungsprojekt der Meraner Mumie der Bast-es-ankh und ihres Sarkophags hervorsticht. Das von Albert Zink geleitete Meraner Projekt, das vor der Wiedereröffnung 2015 des Palais Mamming vom Mummy Project in Zusammenarbeit mit dem EURAC-Institut für Mumien und den Iceman realisiert wurde, hatte das Ziel, der Mumie eine Identität zurückzugeben. Mit den Fundstücken hatten sich auch Jonathan Elias, Direktor des AMSRC in Pennsylvania (USA), Chantal Milani, Anthropologin und forensische Zahnmedizinerin, Alida Dell’Anna, Forscherin, und Wilfried Rosendahl, Direktor der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen, befasst. Die scheinbar unvollendete Dekoration des Sarkophags, in dem eine Frau bestattet ist, wird auf die Jahre zwischen 340-330 v. Chr. datiert. Die wörtliche Inschrift lautet: „Bast en (es) ankh, Tochter des Tempelkurators in Ipou, Irethorrou.“ „Bast en (es) ankh“ bedeutet, „die Göttin Bastet lebt.“

Die Mumie weist Reste von Kartonagen auf, die in die frühe ptolemäische Zeit (Anfang bis Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr.) datiert werden und wie der Sarkophag aus dem Gebiet Akhmim (Oberägypten) stammen. Die Dekorationselemente befinden sich heute nicht in der ursprünglichen Position, sondern wurden wahrscheinlich während des Fundes abgelegt, um den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben. Mittels Computertomographie konnte festgestellt werden, dass die auf die Jahre 393-359 v. Chr. datierten mumifizierten Überreste zu einer erwachsenen Frau von ca. 60-70 Jahren gehörten. Diese Untersuchung erwies sich für die Analyse des Körpers und für das genaue Verständnis des Mumifizierungsverfahrens als besonders wichtig.

„Es war mir eine Ehre, die Ergebnisse über die wertvollen Fundstücke der ägyptischen Sammlung aus Meran im internationalen Rahmen der ägyptologischen Forschung zu präsentieren“, so Frau Motta. „Es war wirklich ein globales Ereignis“, kommentiert Frau Malgora. „Sehr interessant, aber auch anstrengend, da es täglich ca. dreizehn Vorträge gab. Darüber hinaus mussten wir diese sorgfältig auswählen, da gleichzeitig mindestens sechs Vorträge abgehalten wurden. Es war sehr schön, Kollegen und Freunde wieder zu treffen, mit denen ich in Kontakt stehe oder zusammenarbeite. Dabei hatte ich die Möglichkeit, das Museum und die Ortschaft Meran unseren Kollegen aus aller Welt zu präsentieren. Auch zahlreiche renommierte Wissenschaftler waren anwesend, die im Laufe der Jahre einen maßgeblichen Beitrag zur Forschung geleistet haben.“

So war der Vortrag eine Gelegenheit auf internationaler Ebene, um das vom Meraner Palais Mamming Museum zusammen mit dem Mummy Projekt ins Leben gerufene Projekt vorzustellen.

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