Am Dienstag kollabierte eine Autobahnbrücke von über 2,5 Kilometern Länge in der Stadt Baltimore im US-Bundesstaat Maryland, nachdem sie von einem Schiff getroffen wurde. Fahrzeuge stürzten in den darunter fließenden Patapsco River. Bislang haben Rettungskräfte zwei Überlebende aus dem kalten Wasser gerettet, wobei einer von ihnen in einem ernsten Zustand war, wie von den örtlichen Behörden angegeben. Es wird berichtet, dass mindestens sieben Fahrzeuge in den Fluss gestürzt sind.

Derzeit sind noch sechs weitere Personen vermisst, nachdem eine Autobahnbrücke in der Stadt Baltimore im Bundesstaat Maryland eingestürzt ist. Die beiden geborgenen Überlebenden sollen Bauarbeiter sein, wobei einer von ihnen im Krankenhaus liegt, wie Verkehrsminister Paul Wiedefeld bei einer Pressekonferenz mitteilte. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren Arbeiter auf der Brücke, die Reparaturen durchführten.
Die Polizei erhielt erste Notrufe gegen 1:35 Uhr nachts und sprach zunächst von bis zu 20 vermissten Personen. Die Wassertemperatur beträgt etwa neun Grad Celsius.
Der Gouverneur von Maryland, Wes Moore, rief den Notstand aus, um Hilfsmaßnahmen von US-Präsident Joe Bidens Regierung zu ermöglichen. Baltimores Bürgermeister Brandon Scott beschrieb das Ereignis als „unfassbare Tragödie“ und sprach von schockierenden Bildern. Die Priorität liege nun darin, die Vermissten zu finden und den Betroffenen und ihren Familien beizustehen.
Die Behörden betonen, dass es keinerlei Hinweise auf Terrorismus gibt. Präsident Biden erklärte, es gebe keinen Grund zu der Annahme, dass das Unglück böswillig verursacht wurde. Er kündigte an, dass die Bundesregierung die gesamten Kosten für den Wiederaufbau der Brücke übernehmen werde, was jedoch Zeit in Anspruch nehmen werde. Verkehrsminister Pete Buttigieg äußerte Bedenken, dass der Einsturz zu Problemen in den Lieferketten mit Auswirkungen auf die gesamte USA führen könnte.
Auf der Website Marine Traffic war zu sehen, dass das unter der Flagge Singapurs fahrende Containerschiff „Dali“ unter der Brücke gestoppt hatte. Berichten zufolge hatte das Schiff beim Auslaufen aus dem Hafen einen Stromausfall und war manövrierunfähig.
Die Besatzung des Schiffes war unverletzt. Es wurden keine Verletzten auf dem Schiff gemeldet. Die Ursache der Kollision wird noch ermittelt.
Die Francis-Scott-Key-Brücke, Teil der Autobahn Interstate 695, führt südwestlich des Stadtzentrums von Baltimore über den Patapsco-Fluss. Sie wurde 1977 eröffnet und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.
Baltimore ist ein bedeutender Hafen für den Autotransport in den USA. 2023 wurden dort knapp 850.000 Autos und leichte Lastwagen umgeschlagen. Mehr als 40 Schiffe mussten nach dem Einsturz im Hafen bleiben, während mindestens 30 weitere Schiffe auf dem Weg nach Baltimore waren.
Obwohl Unfälle dieser Art selten sind, sind sie weltweit nicht einzigartig. Im Februar 2024 kamen in der südchinesischen Provinz Guangdong fünf Menschen ums Leben, nachdem ein Frachter eine Autobrücke gerammt und teilweise zum Einsturz gebracht hatte. In Brasilien stürzte im April 2019 eine fast 900 Meter lange Straßenbrücke über den Moju-Fluss ein, nachdem eine Fähre einen der massiven Pfeiler gerammt hatte. Im Januar 2012 riss ein mit Raketenteilen beladenes Schiff eine mehr als 90 Meter lange Lücke in eine Straßenbrücke im US-Bundesstaat Kentucky, nachdem der Kapitän eine falsche Route unter der Brücke genommen hatte.
