Der Prozess könnte wie eine Seifenblase platzen20 / 04 / 2024
Letzten Freitag warteten alle gespannt auf Ingemar Gatterer, den Chef des ehemals größten Busunternehmens des Landes, der Sad. Er sollte als Zeuge aussagen im Gerichtsverfahren um die Annullierung der Ausschreibung für die Linienbuskonzessionen vor sechs Jahren. Doch weder Gatterer noch sein Vater, der als Zeuge geladen war, waren anwesend. Beide konnten aus terminlichen Gründen nicht erscheinen.
Polizeikommissar Alberto Gazzani dagegen stand Rede und Antwort. In seinem umfassenden Ermittlungsbericht sind Abhörprotokolle, E-Mails, Telefonlisten und Chatnachrichten enthalten. Sie sollen beweisen, warum es im Sommer vor sechs Jahren nicht zur Vergabe der 880 Millionen Euro schweren Ausschreibung für die Linienbuskonzessionen gekommen ist. Entscheidend waren laut Gazzani die ersten Juli-Tage 2018, in denen der damalige Abteilungsdirektor für Mobilität, Günther Burger, und Libus-Präsident und Busunternehmer Markus Silbernagl die Ausschreibung blockiert hätten. Der Grund dafür soll gewesen sein, dass Libus und auch die 300 Mietwagenunternehmer im KSM nicht teilnehmen hätten dürfen, weil sie nicht in das entsprechende staatliche Register eingetragen waren. Laut Anklage hat Silbernagl deshalb interveniert und Burger dazu gebracht, den Wettbewerb annullieren zu lassen.
„Ingemar Gatterer behauptet dasselbe und tritt als Nebenkläger im Verfahren gegen Burger und Silbernagl wegen Amtsmissbrauchs und Wettbewerbsverzerrung auf.“
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