Überdurchschnittlich viel Schnee auf Südtirols Gletschern17 / 05 / 2024
Die neuesten Messungen des Landesamtes für Hydrologie zeigen, dass die durchschnittlichen Schneemengen im Hochgebirge derzeit 20 bis 40 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegen. Diese Feststellung deutet auf eine ungewöhnlich hohe Schneedecke hin, was potenziell Auswirkungen auf verschiedene Aspekte haben kann, einschließlich der Wasserversorgung, des Hochwasserrisikos und des Skitourismus in der Region.

Die jährlichen Gletscherbegehungen im Mai durch das Landesamt für Hydrologie und Stauanlagen in der Agentur für Bevölkerungsschutz dienen der Erfassung der Winterakkumulation auf den Gletschern Südtirols. Dabei werden die Gletscher Langenferner im Martelltal, Übeltalferner im Ridnauntal und Rieserferner im Reintal vermessen. Diese bilden das glaziologische Langzeitüberwachungsnetz und sind repräsentativ für die verschiedenen klimatischen Bereiche in Südtirol.
Die Messungen werden in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Glaziologischen Komitee und der Landesabteilung Forstwirtschaft durchgeführt. Klaus Unterweger, Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz, betont die Bedeutung dieser Erhebungen, da Gletscher als Indikatoren für das Klimasystem dienen. Die vorläufigen Ergebnisse der aktuellen Messungen zeigen, dass die durchschnittlichen Schneemengen auf den Gletschern 20 bis 40 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Besonders im Südwesten Südtirols ist der Überschuss am größten.
Trotz dieser positiven Entwicklung wird die Schutzdecke voraussichtlich nicht ausreichen, um am Ende des Sommers einen positiven Saldo in der Massenbilanz der Gletscher zu erreichen. Dies liegt daran, dass die Sommertemperaturen in den letzten Jahren zu hoch waren und es zu seltenen Sommerschneefällen kam. Dennoch wird es voraussichtlich keine Negativrekorde wie in den Vorjahren geben.
Im langjährigen Vergleich wird die diesjährige Winterakkumulation etwa an dritter bis vierter Stelle der letzten 20 Jahre stehen. Die erhobenen Daten werden auch durch Modellierungen der Schneeakkumulation und Schmelzvorgänge bestätigt, die Teil des hydrologischen Simulationsmodells des Landesamtes für Hydrologie und Stauanlagen sind. Dies deutet darauf hin, dass in den kommenden Monaten eine reichliche Durchflussmenge in den Wasserläufen Südtirols gewährleistet ist.
Die winterliche Schneedecke schützt und bewahrt das Eis vor dem Schmelzen während der Sommersaison. Je geringer die Schneedecke, desto schneller wird sowohl der Winterschnee als auch das darunter liegende Eis erodiert, was zu einem erheblichen Massenverlust des Gletschers führen kann.
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