Ausschreibung der Bahndienste wird veröffentlicht: Fahrgäste im Fokus15 / 08 / 2024
Bahndienst bis 2039 ausgeschrieben – Alfreider: „Zug als Rückgrat der öffentlichen Mobilität stärken“

Ausschreibung des Bahndienstes bis 2039 gestartet – Alfreider: „Stärkung des Zugverkehrs als Alternative zum Auto“
Bozen (LPA). Am 14. August hat die Agentur für öffentliche Verträge (AOV) die Ausschreibung für den Bahndienst in Südtirol für den Zeitraum 2025-2039 im Vergabeportal veröffentlicht. Die offizielle Ausschreibung erfolgt am 16. August um 12 Uhr. Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider betont, dass dies ein wesentlicher Schritt ist, um den öffentlichen Bahndienst weiter auszubauen, zu stabilisieren und zuverlässiger zu gestalten sowie den Zugverkehr als echte Alternative zum Auto zu fördern.
Größte Ausschreibung des Landes – 1,6 Milliarden Euro
Die Ausschreibung umfasst die Dienste für die Brennerbahn, Pustertalbahn, Meranerbahn und Vinschgerbahn, die zusammen etwa 7 Millionen Bahnkilometer pro Jahr abdecken. Die Gesamtsumme der Ausschreibung beträgt rund 1,6 Milliarden Euro, aufgeteilt auf 15 Jahre bis 2039. Dies ist die größte Ausschreibung, die das Land bisher veröffentlicht hat. Der zukünftige Dienstleister wird dafür verantwortlich sein, die Züge pünktlich zu betreiben, das Personal zu koordinieren und das Rollmaterial zu warten. Für den neuen Dienstleister stellt das Land 44 Züge bereit. Unternehmen im Bahnsektor haben 110 Tage Zeit, ihre Angebote einzureichen.
Wettbewerb und Rechtsstaatlichkeit – Zusammenarbeit mit Fachbehörden
Seit Ende 2023 ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass Bahndienste EU-weit ausgeschrieben werden müssen. Die Ausschreibung für Südtirol wurde von der Landesabteilung Mobilität und der Vergabeagentur des Landes entwickelt, mit Unterstützung durch Fachleute sowie Beratung durch die Wettbewerbsbehörde AGCM, die Behörde für Verkehrsregelung ART und die staatliche Antikorruptionsbehörde ANAC. Neben den EU-Vorgaben (EU-Verordnung Nr. 1370 von 2007) müssen auch das Mobilitätsgesetz des Landes und der Vergabekodex beachtet werden. „Wir folgen damit dem gesetzlich vorgegebenen Weg des Wettbewerbs und der Rechtsstaatlichkeit“, so Alfreider. Die Ausschreibung in einem Los soll zu mehr Effizienz und besserer Vernetzung führen, besonders bei der Umsetzung von Projekten wie dem Südtirolplan für die Mobilität, der elektrifizierten Vinschgerbahn, der Riggertalschleife, dem Virgltunnel und dem Brennerbasistunnel.
Fokus auf das Personal
Im Rahmen der Ausschreibung wurden Interessenvertreter, Sektorvertreter und Gewerkschaften konsultiert. Der Eisenbahn-Kollektivvertrag wird für die Mitarbeitenden gelten, was zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen für viele Beschäftigte führen soll. Die Sozialklausel garantiert den Mitarbeitenden, dass sie mit den gleichen Rechten übernommen werden, die sie bei ihrem bisherigen Arbeitgeber erworben haben.
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