Meteorologe: „Tornados können auch in Südtirol auftreten“21 / 08 / 2024
Kürzlich zeigen Aufzeichnungen eine zunehmende Häufigkeit von Tornados in Italien. Auch in Südtirol sind Tornados bereits vorgekommen, wenn auch seltener.
In den letzten Tagen sind vermehrt Bilder von Tornados, auch Wind- oder Wasserhosen genannt, im Internet aufgetaucht. Möglicherweise könnte eine solche Windhose das Boot betreffen haben, das im Hafen von Palermo gekentert ist.
„Tornados entstehen häufig im Zuge von Gewittern“, erklärt der Landesmeteorologe Dieter Peterlin. „Wenn sogenannte Superzellen auftreten, können sich unter bestimmten Bedingungen stark rotierende Luftwirbel unter der Wolke bilden.“
Im Gegensatz zu den Hurrikans, die wir aus den USA kennen, sind diese Tornados kleiner und lokal begrenzt, können jedoch ebenfalls erheblichen Schaden anrichten.
Im Fall des Bootsunglücks bei Sizilien wird vermutet, dass ein Tornado möglicherweise verantwortlich gewesen sein könnte, aber eine definitive Bestätigung steht noch aus. „Obwohl die Medien darüber berichten, gibt es bislang keinen konkreten Beweis dafür“, so Peterlin.
Die Videoaufzeichnungen in der Dunkelheit erschweren die Identifizierung, ob es sich tatsächlich um eine Wasserhose gehandelt hat. Da sich das Ereignis auf offener See ereignete, sind genaue Daten und Informationen schwer zu erhalten.
„Es könnte sich auch um starke Fallböen, sogenannte Downbursts, gehandelt haben“, spekuliert Dieter Peterlin. „Ein Tornado ist möglich, aber nicht bestätigt.“
Tornados sind nicht nur auf den Süden Europas beschränkt, sondern grundsätzlich auch in Südtirol möglich. „Sie entstehen bevorzugt auf ebenen, freien Flächen, wo Berge die Entwicklung der Gewitter nicht behindern können“, erklärt der Meteorologe. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten treten Tornados in Südtirol jedoch nur sehr selten auf.
Ein Beispiel für ein Tornado-Ereignis in Südtirol ist der Vorfall am 3. August 1988 in Gröden, bei dem Dächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und große Teile des Tals verwüstet wurden. „Leider gibt es keine detaillierten Aufzeichnungen darüber“, sagt Dieter Peterlin, „aber basierend auf Schadens- und Augenzeugenberichten kann davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Tornado in Gröden gehandelt hat.“
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