Südtirol als Spitzenreiter bei der Abwanderung von Fachkräften13 / 09 / 2024
Südtirol weist die höchste Abwanderungsrate von Fachkräften im Verhältnis zur Bevölkerung in Italien auf. Kein anderes italienisches Gebiet hat einen vergleichbaren Anteil an gut ausgebildeten Arbeitskräften, die in andere Regionen oder Länder ziehen.
Hohe Abwanderungsrate junger Fachkräfte aus Südtirol: Handelsverband schlägt Alarm
Die Stiftung Nord Ost hat eine Untersuchung veröffentlicht, die zeigt, dass Südtirol im Vergleich zur Einwohnerzahl die höchste Abwanderungsrate junger Erwachsener in Italien aufweist. Laut der Studie verließen im Jahr 2023 aus der Region mit etwas mehr als einer Million Einwohnern insgesamt 1570 junge Menschen, während in der Lombardei mit über 10 Millionen Einwohnern lediglich 5760 Personen abwanderten.
Philipp Moser, Präsident des Handels- und Dienstleistungsverbands hds, äußert sich besorgt über die Ergebnisse: „Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind deutlich spürbar. Es wird zunehmend schwierig, neue Talente zu gewinnen, und die Arbeitslast verteilt sich auf immer weniger Schultern.“
Empfehlungen des hds zur Bewältigung der Krise
Moser empfiehlt den Unternehmen, verstärkt in ihre Mitarbeiter zu investieren, insbesondere in deren Fortbildung und Flexibilität. Zudem sollte in Automatisierung und neue Technologien investiert werden, um die Arbeitsabläufe zu verbessern und die Produktivität zu steigern.
Ein wesentlicher Faktor für die Abwanderung junger Fachkräfte sind die hohen Wohnungspreise, wie der hds feststellt. Moser fordert daher von der Politik eine effektive Umsetzung der bereits begonnenen Maßnahmen zur Wohnraumentwicklung. „Wenn junge Menschen aufgrund der hohen Wohnkosten wegziehen oder nicht zurückkehren können, gefährdet das unsere langfristige Entwicklung“, so Moser.
Der hds betont, dass zwar auch Lohnerhöhungen zur Bewältigung des Wohnraumproblems beitragen können, die Hauptverantwortung jedoch bei der Politik liege. „Höhere Löhne allein werden das Problem des bezahlbaren Wohnraums nicht lösen. Die Politik muss dringend Maßnahmen zur Schaffung von günstigem Wohnraum ergreifen“, fordert Moser.
Im Jahr 2022 lag das durchschnittliche Einkommen in Südtirol bei etwa 25.700 Euro, was die Region italienweit an zweiter Stelle positioniert. Gleichzeitig gehören die Lebenshaltungskosten in Südtirol zu den höchsten in Italien.
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