Die Finanzpolizei hat zahlreiche Anzeigen erstattet und hohe Geldstrafen verhängt.21 / 09 / 2024

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Die Finanzpolizei hat zahlreiche Anzeigen erstattet und hohe Geldstrafen verhängt.21 / 09 / 2024

Die Finanzpolizei in Südtirol intensiviert ihren Einsatz gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung.

Im Zuge einer umfangreichen Untersuchung wurde ein Hotel im oberen Vinschgau mit fast 100.000 Euro an Strafen belegt. Der Grund: Drei Arbeiter waren ohne gültigen Vertrag beschäftigt, und 27 weitere Angestellte arbeiteten mehr Stunden als im Vertrag vorgesehen, wobei ihre Überstunden heimlich in bar ausbezahlt wurden. Eine geheime Buchführung, die von den Beamten in einem doppelten Boden eines Safes entdeckt wurde, brachte diese Verstöße ans Licht. In dem Safe fanden sich zudem 7.000 Euro Bargeld, die offenbar zur Bezahlung der Mitarbeiter gedacht waren.

Auch eine Bozner Firma, die mit einem großen „Tür-zu-Tür“-Lieferdienst in Verbindung steht, wurde bestraft. Sie hatte nach Angaben der Finanzpolizei 16 Arbeiter schwarz und 15 weitere illegal beschäftigt. Die Ermittlungen deckten verschiedene Methoden auf, um Sozialabgaben zu umgehen, wie etwa den Einsatz von Teilzeitverträgen, obwohl die Beschäftigten tatsächlich Vollzeit arbeiteten. Außerdem wurden auf den Lohnzetteln unbezahlte Urlaubstage angegeben, obwohl die Arbeitnehmer weiterarbeiteten. In einigen Fällen wurden sogar fiktive Krankheitstage eingetragen, während die Arbeiter tatsächlich im Dienst waren.

Ein besonders dreister Fall: Es wurden nur ein bis zwei Arbeitsstunden pro Tag erfasst, obwohl Kurierfahrer bis zu 100 Pakete pro Tag in den Regionen Vinschgau und Ahrntal auslieferten, jeweils von Bozen aus. Die dafür verhängten Strafen belaufen sich auf etwa 54.000 Euro. Um die betroffenen Arbeitnehmer zu schützen, forderte die Finanzpolizei das INPS in Bozen auf, das beauftragte Unternehmen zur Zahlung der ausstehenden Löhne und Sozialabgaben zu verpflichten.

Erschreckend ist zudem die illegale Beschäftigung von Minderjährigen. Bei Kontrollen in einem Restaurant in Auer und einem landwirtschaftlichen Betrieb, der sich mit der Traubenlese beschäftigte, wurden zwei minderjährige Arbeiter entdeckt. Das Restaurant hatte zudem fünf weitere Arbeiter ohne Anmeldung beschäftigt, und der landwirtschaftliche Betrieb ließ 13 Arbeiter, darunter einen Minderjährigen, ohne offizielle Anstellung arbeiten. Der Betriebsinhaber verteidigte sich mit der Behauptung, es handele sich um Freunde und Verwandte, die gegen eine kleine Mahlzeit aushalfen. Diese Aussage wurde jedoch von den Arbeitern widerlegt, die angaben, regulär angestellt und bezahlt werden zu sollen.

Gegen die beiden Arbeitgeber, für die bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung gilt, wurden Anzeigen wegen der Beschäftigung von Minderjährigen erstattet. Zudem erhielten sie Geldstrafen von über 40.000 Euro.

Im Sommer deckte die Finanzpolizei in der Provinz Bozen insgesamt 96 Schwarzarbeiter auf, darunter acht illegal anwesende Personen und zwei Minderjährige, sowie 53 weitere illegal Beschäftigte. Zehn Arbeitgeber wurden angezeigt. Die Finanzpolizei betont, dass Schwarzarbeit nicht nur dem Staatshaushalt Schaden zufügt, sondern auch die Rechte der Arbeitnehmer verletzt und es Unternehmen ermöglicht, durch illegale Praktiken ihre Gewinne zu maximieren.

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