Abfallwirtschaft in Südtirol: Tagung thematisiert Neuordnung und zukünftige Herausforderungen18 / 10 / 2024
Im Zentrum der Tagung „Arera: Andere Formen der Zusammenführung der Dienste“ am 17. Oktober in Bozen stand die Neuordnung der Abfallbewirtschaftung in Südtirol. Dabei wurden die Herausforderungen und Chancen diskutiert, die mit der Einführung der neuen Führungsbehörde der „optimalen Einzugsgebiete“ (Egato) einhergehen. Diese Struktur wird eingeführt, um die Abfallbewirtschaftung auf staatlicher Ebene besser zu koordinieren und an ein unternehmerisches, marktwirtschaftliches Modell anzupassen.

Landeshauptmann Arno Kompatscher betonte, dass trotz dieser Umstrukturierung die Einbindung der Gemeinden und Bezirksgemeinschaften sowie die Berücksichtigung lokaler Besonderheiten entscheidend seien. „Es geht darum, die neue Führungsbehörde zu schaffen und gleichzeitig unsere lokalen Strukturen und Bedürfnisse zu respektieren“, sagte Kompatscher. Diese Reform ist notwendig, da der staatliche Einheitstext im Umweltbereich („Codice dell’Ambiente“) den Handlungsspielraum für die autonomen Regionen wie Südtirol einschränkt.
Südtirols Umwelt- und Klimaschutzlandesrat Peter Brunner verwies auf die positiven Errungenschaften der Region in der Abfallwirtschaft. So liegt die Mülltrennungsquote bereits über den EU-Vorgaben für das Jahr 2030, und es besteht ein engmaschiges Netz an Verwertungs- und Recyclinganlagen im ganzen Land, darunter die Müllverwertungsanlage in Bozen Süd sowie über 90 Recyclinghöfe. Für die Zukunft betonte Brunner die Notwendigkeit, ein Modell zu entwickeln, das den lokalen Gegebenheiten entspricht und eine Zusammenarbeit mit Gemeinden und Bezirksgemeinschaften fördert.
Während der Vormittag der Tagung auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen einging, wurden am Nachmittag Modelle vorgestellt, in denen die öffentliche Hand und der industrielle Sektor zusammenarbeiten. Diese Modelle könnten Südtirol helfen, seine Abfallwirtschaft weiter zu modernisieren und gleichzeitig die bisher erfolgreichen Strukturen zu bewahren.
Die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz arbeitet aktuell in Abstimmung mit der nationalen Regulierungsbehörde für Energie, Netze und Umwelt (Arera) an einem Vorschlag zur Neuordnung des Abfallwirtschaftssystems in Südtirol. Die Tagung bot eine Plattform, um wichtige Weichen für diese Zukunftsgestaltung zu stellen.
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