Schutzmaßnahmen zur Eindämmung von Wildbachschäden: Landeshauptmann Arno Kompatscher besichtigt Schutzbauten in Ulten und Tisens18 / 10 / 2024
Am 17. Oktober besichtigte Landeshauptmann und Bevölkerungsschutzlandesrat Arno Kompatscher gemeinsam mit Gemeindevertretern und dem Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger Schutzbauten und Baustellen der Wildbachverbauung in den Gemeinden Ulten und Tisens.

Kompatscher betonte, dass Naturkatastrophen wie Hochwasser, Muren und Massenbewegungen in Südtirols Gebirgslandschaft unvermeidbar seien. Mit gezielten Maßnahmen und einer optimalen Anpassung an Naturgefahren könnten jedoch Schäden erheblich reduziert oder ganz vermieden werden. Schutzbauten seien ein wesentlicher Bestandteil des integralen Risikomanagements, das Südtirol verfolge.
Nachhaltiger Beton im Einsatz am Messnerbach
In Ulten wird am Messnerbach demnächst mit nachhaltigem Beton gearbeitet, der in der Herstellung besonders umweltschonend ist. Die Konsolidierung des Baches, die vor fünf Jahren begann, umfasst bisher elf Sperren aus Stahlbeton, und es werden weitere folgen. Laut Fabio De Polo, Direktor des Funktionsbereichs Wildbachverbauung, wird der Einsatz von nachhaltigem Beton testweise erfolgen. Bauleiter Christian Kofler berichtete, dass das Team unter der Leitung von Vorarbeiter Michael Zöschg den umweltfreundlichen Baustoff verwenden wird.
Schutzmaßnahmen in Tisens
In der Gemeinde Tisens wurden zwei weitere Baustellen besichtigt. Am Tisenerbach wird das Bachbett neu verbaut, da Uferschutz und bestehende Verbauungen sanierungsbedürftig sind. Eine neue Künette aus Zyklopensteinen soll den Hochwasserschutz erhöhen. Die Arbeiten begannen im September und werden im Frühjahr 2024 abgeschlossen sein.
Am Steineggerbach wurde eine sechs Meter hohe Geschieberückhaltesperre errichtet, um den darunterliegenden Siedlungsbereich vor Geschiebemassen zu schützen. Die Arbeiten am Steineggerbach, auch Försterbach genannt, schlossen damit die Verbauung des Ober- und Mittellaufs ab, so Thomas Thaler, Direktor des Landesamts für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd.
Diese Schutzmaßnahmen zeigen, wie Südtirol durch nachhaltige und gezielte Infrastrukturprojekte seine Bevölkerung vor Naturgefahren schützt und gleichzeitig zur Klimaanpassung beiträgt.
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