Moldau in Südtirols Sprachenrecherche19 / 11 / 2024
18 Pädagogen und Fachleute aus der Republik Moldau haben diese Woche Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Südtirol besucht, um mehr über die Mehrsprachigkeit im Bildungsbereich zu lernen. Die Bildungslandesräte Philipp Achammer und Daniel Alfreider hießen die Gäste willkommen. Alfreider betonte: „Es ist eine Freude, wenn internationale Delegationen Interesse an unserer Minderheit zeigen.“ Er erklärte, dass die Ladiner eine Minderheit ohne Hinterland sind und das Autonomiestatut von 1972 wichtig für ihre Bildung ist. Elisabeth Alber vom Eurac Research und Marc Röggla vom Center for Autonomy Experience luden zu einer Diskussion über die rechtlichen Grundlagen der Mehrsprachigkeit im Bildungswesen ein. Am 12. November besuchte die Delegation die ladinische Abteilung der Universität Bozen, wo Ruth Videsott über Integrierten Sprachenunterricht sprach.
Am Folgetag war die Delegation zu Besuch in der Grundschule und dem Kindergarten in St. Ulrich. Der Direktor der Ladinischen Bildungs- und Kulturverwaltung Mathias Stuflesser begleitete die Delegation und umriss den historischen Kontext, in dem sich das mehrsprachige paritätische ladinische Bildungsmodell entwickelt hat. In der Grundschule wurden die Gäste von Schuldirektorin Monica Moroder und Vizedirektorin Monika Senoner begrüßt. Sie erhielten Einblicke in die praktische Umsetzung mehrsprachiger Lernkonzepte. Kindergarteninspektorin Genny Ploner führte durch den ladinischen Kindergarten „Scurcià“, wo die Pflege der drei Bildungssprachen Ladinisch, Deutsch und Italienisch in einem Gesamtkonzept beobachtet werden konnte.
Abteilungsdirektor Mathias Stuflesser freute sich über das positive Feedback der Delegation und merkte an: „Die Integrierte Sprachendidaktik ist nicht nur ein in den ladinischen Tälern allseits akzeptiertes Modell mit guten Ergebnissen, sondern bietet auch wertvolle Anregungen für andere Minderheiten. In der Republik Moldau gibt es eine Reihe von Minderheiten, die an weiterem Austausch mit dem Ladinischen Bildungssystem interessiert sind.“
Offizielle Pressepartner
