Neue Jägergeneration in Südtirol feierlich begrüßt29 / 11 / 2024
Am Abend des 27. November fand in Bozen die Jungjägerfeier für 336 Männer und 107 Frauen statt, die in diesem Jahr erfolgreich die Jägerprüfung abgelegt haben. Landesrat Luis Walcher hob die Bedeutung der Jagd für den Naturschutz hervor: „Gut ausgebildete Jägerinnen und Jäger sind essenziell für die Wildregulierung, den Artenschutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder.“

Die Jagd in Südtirol: Tradition und Verantwortung
In Südtirol gilt das soziale Revierjagdsystem, das allen Einwohnern unabhängig vom Grundbesitz die Jagdausübung in ihrer Heimatgemeinde ermöglicht. Aktuell sind 6120 Personen Mitglieder in den Jagdrevieren, darunter 440 Frauen – ein Anteil von 7,2 Prozent. Seit 2006 hat sich die Zahl der Jägerinnen verdoppelt.
Jungjägerin Nora Pardatscher, die seit 15 Jahren im Revier Eppan jagt, schätzt die tief verwurzelte Tradition der Jagd und die umfangreiche Jägersprache. Simon Leander Declara aus Vahrn, gelernter Koch und frischgebackener Jungjäger, sieht die Jagd als eine Möglichkeit, hochwertiges Fleisch nachhaltig zu gewinnen.
Erfolgreiche Prüfung und strenge Anforderungen
Von den 560 Prüflingen, die 2023 antraten, legten 236 die mündliche Theorieprüfung erfolgreich ab, darunter 61 Frauen (25 Prozent). Die Schießprüfung bestanden 207 Personen, was einer Erfolgsquote von 76,6 Prozent entspricht. Neben fundierten Kenntnissen in Wildkunde, Ökologie, Jagdrecht und Waffenkunde müssen die Anwärter auch ein Revierpraktikum, einen Erste-Hilfe-Kurs sowie einen Praxiskurs absolvieren.
Jagdfläche und gesetzliche Rahmenbedingungen
Von Südtirols 7400 Quadratkilometern Landesfläche sind rund 6100 bejagbar. Die Jagd ist an die Ansässigkeit im Revier gebunden und nicht an Grundbesitz. Dieses System sichert eine breite Beteiligung an der Jagd und gewährleistet eine kontrollierte Nutzung der Ressourcen.
Ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz
Landesjägermeister Günther Rabensteiner betonte, dass die Jagd in Südtirol mehr als ein Hobby sei: Sie diene der Hege und Pflege von Natur und Wildtieren. Ohne Regulierung könnten Wildbestände unkontrolliert wachsen und Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursachen.
Die feierliche Zeremonie würdigte die Leistungen der Jungjägerinnen und Jungjäger und unterstrich die zentrale Rolle der Jagd für Naturschutz und Tradition in Südtirol.
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