Teilhabe und Inklusion: Südtirol baut Unterstützung für Menschen mit Behinderungen aus03 / 12 / 2024
Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen hebt die Landesregierung Südtirols ihr Engagement hervor, die Lebensqualität und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Alltag nachhaltig zu stärken. Über 100 neue Wohnplätze sowie zusätzliche Arbeitsbeschäftigungsdienste sind Teil der Ausbaupläne für die kommenden Jahre.

Integrierte Betreuung als Schlüssel
Landesrätin Rosmarie Pamer betonte, dass es nicht ausreiche, punktuelle Hilfe zu leisten. Vielmehr setze Südtirol auf ein umfassendes und vernetztes Betreuungsangebot, das Menschen mit Behinderungen, psychischen Erkrankungen und Abhängigkeitserkrankungen in allen Lebensbereichen unterstützt.
„Wir wollen Inklusion fördern, nicht nur Unterstützung leisten,“ unterstrich Pamer.
Fortschritte im Wohnbereich
2023 wurden 38 Wohngemeinschaften und Wohnhäuser von insgesamt 337 Nutzerinnen und Nutzern in Anspruch genommen. Zudem nutzten 52 Menschen mit Behinderungen das Angebot der Kurzzeitpflege. Heuer kamen 17 neue Wohnplätze in Bozen und Sterzing hinzu, und weitere sollen in den nächsten Jahren entstehen. Ziel sei es, eigenständiges Wohnen und ein möglichst autonomes Leben zu ermöglichen, unterstützt durch sozialpädagogische Wohnbegleitung und Hauspflege.
Arbeitsbeschäftigung: Chancen und Herausforderungen
964 Menschen nahmen 2023 an Diensten zur Arbeitsbeschäftigung und sozialpädagogischen Tagesstätten teil. Diese Angebote werden überwiegend von öffentlichen Trägern wie der Werkstatt KIMM in Kardaun geführt. Auch individuelle Arbeitsbeschäftigungsvereinbarungen spielen eine wichtige Rolle. Im Jahr 2023 wurden 373 solcher Vereinbarungen mit Fördermitteln von 2,2 Millionen Euro unterstützt.
Ein besonderes Vorzeigeprojekt ist das „Plus+35“, das seit 2009 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen innerhalb des öffentlichen Dienstes schafft. Die Zahl der Anstellungen stieg von ursprünglich 51 auf mittlerweile 244.
Vielfalt als demokratische Stärke
Landesrätin Pamer hob hervor, dass Teilhabe und Mitbestimmung zentrale Indikatoren für die Qualität eines demokratischen Systems seien:
„Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu treffen, verhindert Diskriminierung und verbessert die Lebensqualität für alle.“
Ausblick
Mit einem klaren Bekenntnis zur Förderung von Vielfalt und Inklusion sowie konkreten Ausbauplänen unterstreicht Südtirol seine Absicht, Menschen mit Behinderungen eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.
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