Maßnahmenpaket für sprachliche Förderung in Südtirols Bildungseinrichtungen beschlossen

Gleiche Bildungschancen durch gezielte Sprachförderung

Am 2. Dezember hat die Südtiroler Landesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket zur sprachlichen Förderung in Schulen und Kindergärten verabschiedet. Dieses Paket, das sowohl kurzfristige als auch langfristige Ziele verfolgt, soll den besonderen Herausforderungen begegnen, die sich in einem Umfeld mit hoher sprachlicher, kultureller und sozialer Vielfalt stellen. Besonders im Fokus steht die gleichwertige Förderung aller Kinder, unabhängig von ihrer sprachlichen Herkunft, um ihnen die besten Chancen für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu bieten.

Foto: LPA/Oskar Verant

Landesrat Philipp Achammer präsentierte die Details des Maßnahmenpakets im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung und betonte die Wichtigkeit der Sprachförderung als Grundlage für Chancengleichheit im Bildungsbereich. „Wir müssen allen Kindern gleichermaßen eine Förderung zukommen lassen, damit sie eine Perspektive haben“, erklärte Achammer. „Das ist eine enorme Herausforderung, vor allem für Schulen und Kindergärten, die in einem Kontext mit hoher sprachlicher und kultureller Heterogenität arbeiten.“

Ziele und Maßnahmen

Das zentrale Ziel des Maßnahmenpakets ist es, die Unterrichtssprache zu fördern und gleichzeitig eine strukturierte Unterstützung für Kinder, Jugendliche, Familien und Fachkräfte zu schaffen. Die Maßnahmen richten sich sowohl an die frühkindliche Bildung in Kindergärten als auch an die Grundschulbildung.

Geplant ist, die Stellen für Klassenlehrpersonen und Sprachförderlehrkräfte schrittweise zu erweitern. Auch die Netzwerkarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule soll ausgebaut werden, um die Kontinuität in der sprachlichen Förderung zu gewährleisten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der ganzheitlichen Begleitung von Kindern und ihren Familien, um deren Integration in das gesellschaftliche und schulische Umfeld zu erleichtern. Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner erklärte dazu: „Es geht darum, die jeweiligen Berufsbilder in ihrer Professionalität zu stärken und Lehrpersonen sowie pädagogische Fachkräfte von einigen Aufgaben zu entlasten, sodass der Fokus auf einen guten Unterricht und eine kompetente Begleitung der Kinder im Kindergarten gelegt werden kann.“

Fortbildung und wissenschaftliche Unterstützung

Ein weiterer Bestandteil des Maßnahmenpakets ist die Bereitstellung von Fortbildungsangeboten für Lehrpersonen und Kindergartenpersonal. Auch spezielle Unterstützungsangebote für Schülerinnen und Schüler werden eingeführt. Die Pädagogische Abteilung und die Sprachzentren sollen dabei eng zusammenarbeiten, um die Umsetzung der Konzepte in Kindergärten und Schulen zu unterstützen.

Zusätzlich sollen wissenschaftliche Erkenntnisse zur Sprachförderung gebündelt und aufbereitet werden. Dies dient nicht nur der Verbesserung der praktischen Umsetzung, sondern auch der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Maßnahmen. Ein offener Austausch mit der italienischen Bildungsdirektion soll dabei helfen, die Konzepte weiter anzupassen und zu optimieren.

Ausblick und Umsetzung

Die ersten Maßnahmen des Pakets sollen bereits im Schuljahr 2025/26 umgesetzt werden. Die Landesregierung sieht darin einen wichtigen Schritt, um die sprachliche Begleitung in Südtirols Bildungseinrichtungen zu verbessern und allen Kindern gleiche Chancen zu bieten. „Unser Ziel bleibt es, im engen Austausch mit den Kindergärten und Schulen bestehende Maßnahmen weiterzuentwickeln und eine kontinuierlich gute sprachliche Begleitung zu ermöglichen“, so Falkensteiner abschließend.

Mit diesem Maßnahmenpaket setzt die Landesregierung einen klaren Fokus auf die Chancengleichheit im Bildungssystem, indem sie die sprachliche Förderung in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen fördert.