Stadt Coburg in Freundschaft03 / 02 / 2025

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Stadt Coburg in Freundschaft03 / 02 / 2025

Stadt Coburg in Freundschaft<span class="hitradio-master-datum">03 / 02 / 2025</span>

Wir wissen, dass Sie der Stadt Coburg in Freundschaft verbunden sind. Wir wissen um den Wert institutionalisierter Städtefreundschaften, gerade vor dem Hintergrund der europäischen und insbesondere der deutschen Geschichte. Sie können über Generationen die Basis bilden, um Konflikte mit Worten statt mit Waffen zu lösen. Doch damit dieses Versprechen eines Friedens durch Worte eingelöst werden kann, braucht es manchmal Worte offener Kritik, gerade in einer Freundschaft.

In Coburg steht mitten im Hofgarten ein Kriegerdenkmal für die „Waffenstudenten“ der „Deutschen Landsmannschaft“, die im Ersten Weltkrieg als deutsche Soldaten gekämpft haben. Auf diesem Denkmal prangt ebenfalls das Wort „Freundschaft“, als eine von drei Losungen. Die anderen beiden sind „Ehre“ und „Vaterland“. Um dieses Denkmal gibt es gerade eine Diskussion in Coburg und eine Entfernung von zwei Plaketten für NS-Funktionäre wurde vom Stadtrat abgelehnt.

Jedes Jahr zu Pfingsten marschieren hier hunderte uniformierte junge Studenten auf und Gedenken ihrer Toten. Am frühen Abend, nach einem ritualisierten Saufgelage in einem Bierzelt auf dem Anger, paradieren über 1.000 Deutschnationale mit Fackeln durch die Stadt zum Marktplatz. Dort werden in einem ritualisierten Akt in ein übergroßes Carré die Fackeln geworfen und verbrannt.

Die Studentenverbindungen sind im „Coburger Convent“ (CC) organisiert, der sich nach dem Krieg Anfang der 1950er Jahre gegründet hat. Aber die in ihm organisierten „Landsmannschaften“ und „Turnerschaften“ existieren schon viel länger: Sie waren Soldaten im Kaiserreich, Soldaten im Ersten Weltkrieg, Freischärler und Freikorps, Nazis der ersten Stunde und Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

Bei den ausschließlich männlichen Mitgliedern der Studentenverbindungen im CC handelt es sich zu über 80% um „Alte Herren“. Diese graduierten ehemaligen Studenten finanzieren ihren Nachwuchs und unterhalten in vielen deutschen und österreichischen Städten prachtvolle Villen. Außerdem beherbergen viele Studentenverbindungen auch Schülerverbindungen auf ihren Häusern, werben also bereits männliche Gymnasiasten an. Alleine in Coburg gibt an drei Gymnasien Schülerverbindungen, das vierte ist ein ehemaliges Mädchengymnasium.

Gleichwohl der „Coburger Convent“ den Namen der Stadt Coburg führt, so ist er doch in Coburg nur zu Gast, er hat die Stadt lediglich vereinnahmt. Nur einer der fast 100 Mitgliedsbünde stammt aus Coburg, der Rest aus ganz Deutschland und Österreich.

Aber der CC benimmt sich in Coburg nicht wie ein Gast, denn Pfingsten kommen die Jungen. Ihnen wurden die Übernachtungen in Klassenzimmern der städtischen Schulen nach widerlicher Randale 2022 verboten. Ein Jahr später sollten Steckbriefe einer Lokaljournalistin und eines CC-kritischen Erlanger Stadtrats in den Coburger Schulsporthallen ausgehängt werden, die dem CC noch immer von der Stadt vermietet werden.

Wir denken: das muss aufhören. Eine moderne Stadt mit einer nationalsozialistischen Vergangenheit wie Coburg sollte dem „Coburger Convent“ keine Infrastruktur zur Verfügung stellen. Ein Fackelmarsch mit nachgestellter Bücherverbrennung durch die Nachfahren der Täter ist inakzeptabel. Ein Kriegerdenkmal im Hofgarten ist das Gegenteil von Worte statt Waffen.

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