Andreas Hofers Gedenktag20 / 02 / 2025

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Andreas Hofers Gedenktag20 / 02 / 2025

Andreas Hofers Gedenktag<span class="hitradio-master-datum">20 / 02 / 2025</span>

Am 20. Februar, wenn sich heuer der Tod von Andreas Hofer zum 215. Mal jährt, findet die traditionelle Gedenkfeier in Innsbruck statt. Seine Gedanken widmet auch Dr. Heinz Wieser dem Freiheitskämpfer.

Im Gedenken an den 215. Todestag des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer und der gefallenen Landessöhne Tirols wird in der Hofkirche zu Innsbruck am 20. Februar die traditionelle Gedenkfeier mit einem vom Abt Leopold Baumberger zelebrierten Pontifikalamt samt Gelöbniserneuerung der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend abgehalten. Wir sehen heute Andreas Hofer und die Ereignisse des Jahres 1809 anders, als etwa die Generation vor über 100 Jahren. Die Tiroler von damals waren zu ihrer Zeit weder Helden noch Zuschauer eines Dramas, das das Schicksal oder die Geschichte für ihre Nachkommen schrieb. Es war für sie immer der Schrecken der Ereignisse der Gegenwart, in der sie lebten und litten. Sie erlebten die kriegerischen Ereignisse mit aller Not und Bedrängnis des Tages, mit aller Schwere jedes Lebensschicksales, mit der Angst vor dem Tod, aber auch mit dem Mut, der die Angst besiegelte, mit dem Mut, die Gegenwart zu bestehen. So sieht heute unser Bild von dieser Zeit aus. Ihre Größe liegt für uns in den überzeitlichen Werten, die damals trotz aller zeitbedingten Schwächen in unserem Volke in besonderer Weise sichtbar wurden. Deshalb kommt es für uns heute darauf an, dass wir den Geist, den Charakter, die Ideale bewahren, die unser Volk zu großen Taten, zur Bewahrung der Heimat in allen Gefahren befähigten. Andreas Hofer war mehr als ein Kriegsheld, er war mehr als ein Freiheitsheld – sein letzter Brief gibt Zeugnis –, er war einer der großen Helden der Menschlichkeit.

Im Jahr 1809 schwang sich der Wirt, Vieh- und Weinhändler Andreas Hofer zum Rebellenführer auf und führte den Tiroler Aufstand gegen das Königreich Bayern an. Sein Kampf machte ihn zum umstrittenen Volkshelden – und zu einer Marke, die bis heute ziehtEs gibt fast kein Produkt, auf dem sein Konterfei nicht prangt: Shirts, Hoodies, Sticker, Buttons, Mützen, Caps, Stoffbeutel, Taschen. Überall ist der Mann mit dem Rauschebart und dem ausladenden Hut zu sehen, manchmal mit der Angabe: „born 1767 – executed 1810“. Oder: „still fighting“. Selbst Weinflaschen ziert sein Name. Er lautet: Andreas Hofer.Im Namen der Freiheit und des Glaubens kämpfte Hofer als Rebellenführer einst für seine Tiroler Heimat gegen Franzosen und Bayern. Er war der Underdog, der übermächtige Gegner das Fürchten lehrte. Heute vermarkten ihn Geschäftsleute wie einen che guevara Südtirols, produzieren Bilder im Stil des berühmten kubanischen Revolutionärs. Dabei wird Hofer längst nicht nur als Freiheitsheld gefeiert: Kritische Stimmen vergleichen ihn mit islamistischen Taliban-Anführern. Wer ist der Mann hinter der Legende?

Andreas Hofer ging „nie ohne mannhaften Weingenuss schlafen“

Andreas Hofer scheint eine Karriere als Kämpfer alles andere als in die Wiege gelegt. 1767 wird er im Passeiertal nördlich von Meran geboren, als Sohn eines Wirtshausbesitzers. Allerdings: Seine Hebamme will bei Hofers Geburt einen leuchtenden Kometen „in Gestalt eines Jagdgewehres“ am Nachthimmel gesehen haben. Mit 22 übernimmt der junge Mann den elterlichen Hof, zu dem neben dem Wirtshaus auch eine Tränke gehört.Hofer geht „nie ohne mannhaften Weingenuss schlafen“, berichtet der Historiker Beda Weber im 19. Jahrhundert, und auf seinen Reisen lässt er sich den Wein „in einem eigenen Fässlein nachführen“. Gleichzeitig sei Hofer derart gottesfürchtig, dass Grübelei keinen Platz in seinem Gemüt finde. Andere Zeitgenossen erklären, Hofers „ganzes Wesen“ sei „anziehend und Zutrauen erweckend“. Sein Markenzeichen, der lange Bart, geht angeblich auf einen Jux zurück: Demnach hat ein Freund Hofers mit ihm gewettet, er würde sich keinen so langen Bart wie ein verkommener Bettler wachsen lassen. Der Einsatz: zwei Ochsen. Hofer lässt nicht nur seinen Bart sprießen – er behält ihn nach gewonnener Wette einfach bei.

1796 aber holt die Weltpolitik die Tiroler Bergwelt ein: Napoleon, am Beginn seiner Eroberungsfeldzüge in Europa, marschiert erst in Italien ein, dann in Tirol – und damit in Österreich. Hofer verteidigt seine Heimat als Hauptmann einer Schützenkompanie, steigt zum Kommandanten über 129 Mann auf. 

Zwar verbleibt Tirol nach Kriegsende unter österreichischer Herrschaft, doch das soll sich nur wenige Jahre später ändern: 1805, im Dritten Koalitionskrieg, triumphiert Napoleon über Österreich und zwingt Kaiser Franz den Frieden von Preßburg auf. Die Grafschaft Tirol wird dem neu geschaffenen Königreich Bayern zugeschlagen – der Lohn dafür, dass Bayern sich auf die Seite Frankreichs gestellt hatte. Fortan heißt Tirol „Südbayern“.

Bayern wollte Tirol radikal modernisieren

Die neuen Landesherren verordnen dem traditionellen, streng katholischen Bergland eine radikale Modernisierungskur, führen eine Verfassung ein, schaffen die Leibeigenschaft ab, stellen Katholiken, Lutheraner und Reformierte gleich, schreiben als erstes Land der Welt eine Impfpflicht gegen Pocken vor. Gleichzeitig verbieten sie traditionelle religiöse Bräuche wie die Christmette, Bittgänge und Prozessionen, lösen Klöster auf oder verkaufen sie. 

Als Bayern auch noch junge Männer für Napoleons Feldzüge zum Militärdienst einzieht, ist das der Funke, an dem sich der Aufstand entzündet. Zwar konnten Tiroler auch vorher zum Kriegsdienst verpflichtet werden – allerdings nur innerhalb der Grenzen ihrer Grafschaft. Seit 1511, so regelte es die alte Wehrverfassung, musste kein einziger Tiroler zum Wehrdienst sein Heimatland verlassen. 

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