Südtiroler Heimatbund10 / 03 / 2025
Der Südtiroler Heimatbund blickt auf ein Jahr voller Gedenken und politischer Auseinandersetzungen zurück. 2024 war geprägt vom Abschied von wichtigen Freiheitskämpfern, dem Einsatz für die Autonomie Südtirols und bedeutenden kulturellen Veranstaltungen. Hier ein Überblick über das Jahr.
Im Januar verstarb Elisabeth Welser, Witwe des Freiheitskämpfers Kurt Welser. Sie unterstützte mit ihrem Mann den Widerstand gegen die italienische Herrschaft deren Unterdrückung, unter anderem leider auch durch den Schmuggel von Sprengstoff. Im Mai wurde Anna Amplatz, Witwe von Luis Amplatz, beigesetzt. Sie half ihrem Mann, der Verhaftung zu entkommen, und musste jahrzehntelang leiden. Im Juni starb Adolf Pomella, der nach den Anschlägen 1961 verhaftet und gefoltert wurde. Ein Brief an die Südtiroler Volkspartei dokumentiert die Misshandlungen. Im Juli wurde Luis Larch beigesetzt, der durch die Folterung südtiroler Häftlinge zum Widerstand motiviert wurde. 1964 floh er aus Südtirol, wurde jedoch auch in Österreich verfolgt. Obwohl 2024 das 50-jährige Bestehen des SHB gefeiert werden sollte, entschied der Bund, aufgrund der politischen Situation in Südtirol darauf zu verzichten. Die Regierungsbildung mit der neofaschistischen Partei „Fratelli d’Italia“ wurde abgelehnt. Stattdessen legten Roland Lang und seine Stellvertreter Blumen an der Ehrentafel für Georg Kerschbaumer nieder. Im März äußerte der SHB in einem offenen Brief Kritik an der neuen Landesregierung, da zwei italienische Vertreter berufen wurden, obwohl der italienischen Sprachgruppe nur ein Landesrat zusteht. Der SHB sieht dies als Verletzung der Autonomie Südtirols, eine Antwort auf die Kritik steht bisher aus.
Eine eindrucksvolle Gedenkveranstaltung fand im September anlässlich des 60. Todestages von Luis Amplatz auf den Brunner Mahdern oberhalb von Saltaus statt. Amplatz war 1964 im Schlaf von einem Agenten des italienischen Geheimdienstes ermordet worden. Jörg Klotz, sein Begleiter, konnte schwer verletzt entkommen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom SHB, dem Bezirk Meran-Burggrafenamt und den Schützenkompanien St. Martin in Passeier und Riffian organisiert.Zum Abschluss dankt der SHB mit Obmann Roland Lang allen, die sich auch 2024 für die Freiheit und Autonomie Südtirols eingesetzt haben, sowie jenen, die den Bund durch Rat, Tat oder Spenden unterstützt haben. „Vergelts Gott!“ lautet das abschließende Wort des SHB für ein Jahr des Gedenkens und des politischen Engagements.
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