Marmorierte Forelle29 / 07 / 2025
Der Schutz der Marmorierten Forelle ist eine langfristige Aufgabe.
Das Aquatische Artenschutzzentrum in Schenna hat erfolgreich die Zahl der Marmorierten Forellen erhöht – Landesrat Walcher informiert sich vor Ort.
Das Aquatische Artenschutzzentrum in Schenna gehört zur Agentur Landesdomäne und ist ein Beispiel für den Schutz von Arten in Südtirol. In diesem Jahr werden zum ersten Mal über 100.000 Jungfische der Marmorierten Forelle, der einzigen heimischen Forellenart, in Südtirols Gewässern eingesetzt. Dieser Erfolg basiert auf der Gewinnung von etwa 360.000 Eiern im letzten Herbst. Dies wurde durch jahrelange Arbeit und ein naturnahes Haltungskonzept erreicht, das Domestizierung und Hybridisierung vermeidet.
Wie der Koordinator des Aquatischen Artenschutzzentrums Daniel Eisendle erklärt, liegt der Fokus dabei nicht auf Masse, sondern auf Qualität. Alle eingesetzten Mutterfische stammen ausschließlich aus Wildbeständen und sind genetisch lückenlos dokumentiert. Ein eigens entwickeltes Verkreuzungsprotokoll stellt eine hohe genetische Vielfalt sicher, ein entscheidender Faktor für die Überlebensfähigkeit der Fische in der Natur.
„Die klassische Fischzucht birgt die Gefahr der Domestizierung, und normale Zuchtfische sind nur begrenzt in der Natur überlebensfähig“, berichtet Eisendle. Daher orientieren sich Haltung und Fütterung im Aquatischen Artenschutzzentrum konsequent am natürlichen Lebensraum. In einem 180 Meter langen Fließgerinne, das einen alpinen Bachlauf simuliert, ernähren sich die heranwachsenden Mutterfische von Insekten, Plankton und Beutefischen.
Der Aufbau des Zentrums war mit zahlreichen Herausforderungen verbunden, insbesondere in den Anfangsjahren, als vieles neu erlernt werden musste. „Dank gezielter Investitionen der Agentur Landesdomäne mit Landesmitteln und Ausgleichszahlungen aus der Wassernutzung konnten notwendige Infrastrukturen geschaffen und alte Becken angepasst werden, sodass das Zentrum heute über die Landesgrenzen hinaus hohe Anerkennung in der Fischerei genießt“, betont der Landesrat für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus Luis Walcher, der das Zentrums besichtigt hat.
Seit 2017 sind alle Maßnahmen zur Erhaltung der Marmorierten Forelle im Projekt MarmoGen gebündelt. Es vereint die Expertise des Landesamtes für Wildtiermanagement, der Fondazione Edmund Mach (San Michele all’Adige) und des Aquatischen Artenschutzzentrums. Eine zentrale Rolle spielt auch die enge Zusammenarbeit mit Fischereivereinen, Brutanstalten und Gewässerbewirtschaftern.
Trotz sichtbarer Erfolge bleibt der Schutz der Marmorierten Forelle eine langfristige Aufgabe. Nur durch die konsequente Weiterführung des eingeschlagenen Weges, getragen von wissenschaftlicher Begleitung, genetischer Kontrolle und enger Zusammenarbeit aller Partnerinstitutionen, kann das Überleben dieser ökologisch und kulturell bedeutsamen Art gesichert werden.
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