In Bayern gibt es Streit um den Nordzulauf.22 / 08 / 2025

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In Bayern gibt es Streit um den Nordzulauf.22 / 08 / 2025

In Bayern gibt es Streit um den Nordzulauf.<span class="hitradio-master-datum">22 / 08 / 2025</span>

Der Brennerbasistunnel soll für Entlastung sorgen, aber er muss auch nördlich und südlich ausgebaut werden. In Bayern gibt es Streit um den Nordzulauf. Vor Ort haben wir uns umgeschaut. Ein Steg führt in den Zugangstunnel. Wir gehen zwei Kilometer ins Bergmassiv. Dreck, Beton, Geröll Hier wird intensiv gebaut.

Martin Aussendorfer, Direktor der Beobachtungsstelle für das Brenner-Projekt, kritisiert Bayern. „Es wird behauptet, dass am Südzulauf nichts passiert“, sagt er verärgert. „Das stimmt nicht.“ Es gibt keine Ausreden mehr. Südtirol arbeitet am Südzulauf des Brennerbasistunnels – jetzt muss Bayern endlich mit dem Nordzulauf beginnen. Das ist seine Botschaft.

Die Tonlage wird attraktiver. Die Südtiroler sind müde, die Bayern ständig zum Bau des Nordzulaufs aufzufordern, den sie als dringend ansehen. Sowohl im Landkreis Ebersberg als auch im Inntal in Rosenheim gibt es heftige Kämpfe um den Nordzulauf, obwohl die Politik, wie CSU-Verkehrsstaatssekretär Ulrich Lange im Interview erklärt, offiziell hinter dem Projekt steht. Die Südtiroler gehen nun in die Offensive.

Der Rosenheimer Landtagsabgeordnete Josef Lausch von den Freien Wählern steht bei der Beobachtungsstelle in der Kritik. Im Jahr 2024 besuchte er mit einer Delegation eine Baustelle und äußerte sich danach über die großen Schuttberge. Er sagte, das Aushubmaterial habe die Umgebung in eine „Mondlandschaft“ verwandelt und empfahl den Befürwortern der neuen Nordzulauftrasse, sich selbst ein Bild davon zu machen. Seitdem tritt Lausch im Landtag als Gegner des Neubaus auf und warnt, dass das Mammutprojekt „unser Land und die Bahn überfordern“ werde. Martin Ausserdorfer findet das nicht gut und sagt: „Ich habe ihm eine Mail geschickt. Er hat sich schäbig benommen, richtig populistisch.“

Sie haben viel erreicht: 200 Kilometer (87 Prozent) des Brennerbasistunnels sind fertig, wichtige Teile wie die Eisackunterquerung sind abgeschlossen. Der Tunnel wird 2032 eröffnet und 2033 in Betrieb genommen. Auch südlich wird gebaut, um die vier Gleise – zwei im neuen Tunnel und zwei auf der bestehenden Strecke – ohne Engpass am südlichen Ende des Brennerbasistunnels bei Franzensfeste zu verbinden. 750 Meter nach dem Südportal beginnt der nächste Tunnel.

Südtirol und Trentino wollen Engstellen bis Verona beseitigen, Gleise und Tunnel bauen. Es gibt mehrere Projekte, darunter eine geplante Güterzugumfahrung von Bozen sowie Umfahrungsstrecken im Unterland. Am weitesten fortgeschritten ist der Südzulauf, der von Franzensfeste über zwei Tunnel an Brixen vorbei nach Waidbruck führen soll.

Die beiden Tunnel im Villnöß-Tal sind zusammen 22,5 Kilometer lang und werden durch ein Viadukt verbunden. Der Bau der Tunnel hat noch nicht begonnen, aber einer der Zufahrtsstollen, der zwei Kilometer lang ist, ist bereits fertig. Bald wird die Tunnelbohrmaschine die Ecke erreichen und mit dem Aushub der Hauptröhre starten.

Für das Brenner-Projekt gibt es eine unabhängige Ombudsstelle, die Beobachtungsstelle genannt wird. Fünf Mitarbeiter bearbeiten Bürgeranliegen. Im Gegensatz zur Deutschen Bahn, die im Rosenheimer Inntal einen „Dialogprozess“ versuchte, agiert sie unabhängig von der Tunnelbaugesellschaft. Diese Unabhängigkeit wurde vom Land Südtirol gefordert. Glücklicherweise wurde Martin Aussendorfer (43) gefunden, der Bürgermeister von St. Lorenzen im Pustertal ist. Er kommt zu spät zum Termin wegen Staus und schaltet sich via Videocall aus dem Pkw dazu, um Zeit zu sparen. Der Brennerbasistunnel hatte anfangs nur „keine 20 Prozent“ Zustimmung in der Bevölkerung.

Der Brennerbasistunnel erstreckt sich von Innsbruck bis Franzensfeste und umfasst 55 km in zwei Röhren und einem Rettungsschacht in der Mitte. Insgesamt sind 200 Tunnelkilometer (87 Prozent) ausgebrochen, darunter 96 von 110 km Haupttunnelröhren, 57 km Erkundungsstollen und 47 km andere Tunnel wie Sicherheits- und Logistiktunnel sowie Querverbindungen.

Der Südzulauf: Franzensfeste bis Waidbruck. 22,5 Kilometer lang, unterteilt in Schalderer Tunnel (15,4 km) und Grödner Tunnel (6,3 km). Zwei Röhren im Abstand von 40 Metern. 1,16 Milliarden lkosten, 2032/34 Fertigstellung.

Umfahrung Bozen: ca 10 km mit Verbindungsstollen an die Bestandsstrecke bei Branzoll, die Planungen laufen, noch kein Baubeginn.

Wie immer gibt es bei neuen Projekten Ängste wegen Lärm, Staub und Dreck. Auch Sorgen um die Landschaft, Wasserquellen und Erschütterungen durch den Tunnelbau, besonders am Brenner, wurden geäußert. Eine Beobachtungsstelle soll diese Bedenken klären und startete eine Informationskampagne. Zuerst wurden die Südtiroler mit Bussen zum Gotthardtunnel gebracht, später konnten sie ihre eigene Baustelle sehen. Am Villnößtal wurde ein Bereich für die zukünftige Tunnelbaustelle umgestaltet. Außerdem wird die zweite Tunnelbohrmaschine montiert, die den Grödner Tunnel bohren soll. Diese Riesenschneider ist 140 Meter lang, hat einen Durchmesser von zehn Metern und ist so hoch wie ein dreistöckiges Haus. Bei der feierlichen Inbetriebnahme im Juni bekam sie den Namen „Kathrin“, obwohl sie aus China stammt. Der Hersteller Herrenknecht war früher führend in der Branche, aber das ändert sich, wie an der Baustelle sichtbar ist. Auf der Tunnelbohrmaschine sind chinesische Schriftzeichen, da sie gebraucht in China gekauft wurde. Der Hersteller China Railway Engineering Equipment Group Co., Ltd. verkauft auch in Ländern wie der Türkei und Brasilien Tunnelbaumaschinen.

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