Ergebnisse der Südtiroler Sicherheitsstudie im Detail29 / 10 / 2025
Mangelndes Sicherheitsgefühl beeinflusst den Alltag – Migration ist der größte Unsicherheitsfaktor – Vertrauen in Justiz und Polizei ist gesunken – Es gibt einen Wunsch nach einer starken Ortspolizei. Das Südtiroler Sicherheitsbarometer 2025 ist die erste umfassende Umfrage zur öffentlichen Sicherheit im Land. Die Erhebung wurde von rcm-solutions GmbH im Auftrag des Ressorts für Wohnbau, Sicherheit und Gewaltprävention durchgeführt. 1.500 Personen wurden telefonisch oder online befragt, um ein repräsentatives Meinungsbild der Südtiroler Bevölkerung zu erhalten. Die Ergebnisse wurden am 28. Oktober auf der zweiten Südtiroler Sicherheitskonferenz vorgestellt.
Im ersten Abschnitt der Studie wird die Sicherheitslage der Südtiroler betrachtet. Besonders im öffentlichen Raum, wie in Verkehrsmitteln und auf Plätzen am Abend, empfinden viele Angst und Unsicherheit. Sorgen bereiten Diebstahl, Online-Betrug, Einbruch und Sachbeschädigung.
Im Rahmen der Befragung sagten 46 Prozent der Befragten, dass sie ihr Verhalten geändert haben, um Risiken zu vermeiden (z. B. Orte oder Zeiten meiden, Pfefferspray tragen). 44 Prozent haben ihr Zuhause technisch gesichert. 38 Prozent vermeiden bestimmte Kontakte oder Personen.
Als Hauptursachen für Kriminalität nennen 59 Prozent der Südtiroler „übermäßige Zuwanderung“, 41 Prozent sehen „zu milde Strafen“ und 34 Prozent „wirtschaftliche Probleme“ als Gründe. Die Aussage „Einwanderer sind oft fleißige und benötigte Arbeitskräfte“ wird mit 7,9 Punkten hoch bewertet. Als „gut integriert“ gelten Einwanderer in Südtirol mit einem Wert von 6,6 Punkten jedoch nicht.
Die Befragten sehen Lösungen zur Bekämpfung der Kriminalität in einer Begrenzung der Einwanderung (52 Prozent) sowie in strengeren Strafen. Als beste Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit werden kontrollierte Einwanderung und die Abschiebung illegaler oder straffälliger Einwanderer genannt, gefolgt von mehr Polizeipräsenz und strengeren Gesetzen. Die Abschiebung straffälliger Migranten wird von vielen Befragten unterstützt.
Weiters wird in der Studie das „Vertrauen in Justiz und Polizei“ genau untersucht. Nur 61 Prozent der Befragten, die Opfer einer Straftat geworden sind, brachten diese auch zur Anzeige. Vier von zehn verzichten darauf. Auch die Zufriedenheit mit der polizeilichen/behördlichen Behandlung eines Falls liegt nur bei 7 Punkten, wobei die Geschwindigkeit der Abwicklung von Gerichtsverfahren (6,1 Punkte) und die Gerechtigkeit der Rechtssprechung (6,7) besonders tiefe Werte erreichen.
Die Arbeit der staatlichen Polizeiorgane und der Ortspolizei wird gemischt bewertet: Die Staatspolizei punktet mit Höflichkeit und Professionalität, Abstriche gibt es jedoch für die mangelhafte Zweisprachigkeit. Die Ortspolizei wiederum punktet genau in diesem Bereich, wird jedoch im Vergleich etwas weniger kompetent und freundlich empfunden. Einen Ausbau der Ortspolizei zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit befürworten 67 Prozent der Befragten.
Im Vergleich zwischen Land Südtirol, Staat und EU werden dem Land starke Möglichkeiten (Wert von 8,1) zugeschrieben, die Sicherheit zu beeinflussen. Gleichzeitig werden die sicherheitspolitischen Zuständigkeiten und Handlungsspielräume mit dem Wert 7,1 als begrenzt eingeschätzt. 70 Prozent der Befragten erklären: „Südtirol soll in Sicherheitsfragen mehr Autonomie erhalten.“
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