Neues Modell der wohnortnahen Grundversorgung geplant05 / 11 / 2025

Zur Verbesserung der lokalen Gesundheitsversorgung wird im Frühjahr 2026 eine rund um die Uhr verfügbare Gesundheits-Hotline eingeführt. Das Gesundheitsressort und der Südtiroler Sanitätsbetrieb arbeiten an der Stärkung der Versorgung. Ab 2026 ist die Rufnummer 116117 für Gesundheitsinfos erreichbar. Zudem wird eine Neuregelung für den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Allgemeinmediziner außerhalb der Sprechzeiten geplant, die über neue Gemeinschaftshäuser angeboten wird.
Das neue Modell: wohnortnahe Versorgung rund um die Uhr
Kern des neuen Modells ist ein modernes, vernetztes System, das auf drei Säulen aufbaut:
Die Rufnummer 116117 ist ein zentraler Ansprechpartner für gesundheitliche Fragen. Sie bietet der Bevölkerung eine einheitliche Nummer an. Fachpersonal nimmt die Anrufe entgegen und gibt Informationen weiter oder leitet die Anrufer an die zuständige Stelle – entweder an den Hausarzt, wenn er erreichbar ist, an das Ambulatorium außerhalb der Sprechzeiten oder bei Notfällen an die Notrufnummer 112.
Landesweit wird die Betreuungskontinuität einheitlich organisiert: Die allgemeinmedizinische Betreuungskontinuität wird landesweit einheitlich so organisiert, sodass alle in Südtirol, egal wo sie leben, zu jeder Tages- und Nachtzeit Zugang zu einer gleichwertigen ärztlichen Grundversorgung haben. Das neue Modell sieht vor, dass diese Aufgabe künftig von den neuen „Ärztlichen Ambulatorien für kleinere Dringlichkeiten“ übernommen wird. Diese entstehen aktuell in den neuen Gemeinschaftshäusern. Diese Ambulatorien können außerdem – in den größeren Gemeinschaftshäusern auch rund um die Uhr – für akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden von den Bürgerinnen und Bürgern aufgesucht werden, zur Entlastung der Notaufnahmen in den Krankenhäusern.
Für Hausärztinnen und Hausärzte gibt es mehr Flexibilität und Attraktivität: Die Wahlfreiheit für Allgemeinmediziner zur Leistung von Diensten in den Gemeinschaftshäusern verspricht für die Berufsgruppe mehr Flexibilität, bessere Planbarkeit und eine verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Das ist ein wichtiger Schritt in einer Zeit, in der für immer mehr Personen ein guter Ausgleich zwischen Arbeit und Familie oder auch Freizeit wichtig ist. Ärztinnen und Ärzte, die Dienste übernehmen, können ihr Einkommen gezielt aufbessern, während andere sich stärker auf die Arbeit in ihrer Praxis oder ihre Familie konzentrieren können“, sagt der Direktor des Ressorts für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Michael Mayr.
Neues Modell zukunftsweisendes Modell
Insgesamt sorgt das neue Modell für klare Zuständigkeiten, kurze Wege und eine einheitliche, besser erreichbare und qualitativ hochwertige Versorgung an richtiger Stelle. Durch die Verbindung der Betreuungskontinuität mit den ärztlichen Ambulatorien in den Gemeinschaftshäusern und der Kombination mit der Rufnummer 116117 entsteht ein integriertes, gut koordiniertes System – für alle Südtirolerinnen und Südtiroler, unabhängig vom Wohnort oder der Tageszeit.
Schrittweise Umsetzung
Der Vorschlag sieht vor, dass das neue Modell schrittweise eingeführt wird: Die Aktivierung der Rufnummer 116117 soll ab Frühjahr 2026 in einer Pilotphase im Gesundheitsbezirk Bozen erprobt werden, woraufhin das Modell schrittweise auf das gesamte Land ausgedehnt werden soll.
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