Südtiroler Chronikwesen wagt Aufbruch mit Vernetzung10 / 11 / 2025
- Tag der Chronistinnen und Chronisten in Bozen – Die Arbeit der Chronistinnen und Chronisten wird künftig vom Südtiroler Bildungszentrum begleitet. Landeschronist Wolfgang Thöni betonte beim 26. Tag der Chronistinnen und Chronisten am 7. November, dass das Motto „Ein Aufbruch mit Vernetzung“ gewählt wurde. Der Übergang der organisatorischen Zuständigkeit für das Chronikwesen wird vom Landesarchiv zum Südtiroler Bildungszentrum verlegt. Thöni stellte fest, dass das Landesarchiv weiterhin als wissenschaftliche Instanz und Partner fungiert. Landesrat Philipp Achammer unterstrich die Wichtigkeit des Chronikwesens für die Zukunft und die Rolle der Chronistinnen und Chronisten, die Brücken zwischen Generationen, Technologien und Wahrnehmungen bauen.
Jemand, der diesem Auftrag seit vielen Jahrzehnten nachkommt, ist Giulio Todesco, dem im Rahmen des Chronistentreffens die Auszeichnung als Ehrenchronist übergeben wurde. Todesco hatte schon früh begonnen das Lokalgeschehen in Sterzing und im Wipptal festzuhalten und auch an der Erarbeitung an bedeutenden Tirolensien mitgearbeitet. Besonders hervorgehoben wurde Todescos sprachgruppenübergreifendes Interesse für seine Mitmenschen und deren Lebensgeschichten. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Todesco die Auszeichnung aus den Händen von Landesrat Achammer nicht selbst übernehmen, sondern wurde von seinem Sohn Maurizio vertreten.
Auf die große gesellschaftliche Bedeutung der Chronistinnen und Chronisten ging bei der Veranstaltung auch Landeskonservatorin Karin Dalla Torre ein: „Es braucht kleine Dinge und Teile, um große Denkmäler und Geschichten lebendig zu machen. Dabei ist die Arbeit der Chronistinnen und Chronisten unverzichtbar.“ Claudia von Lutterotti, Vizepräsidentin des Südtiroler Bildungszentrums, teilte diese Einschätzung und bezeichnete die Chronisten als „Bereicherung für das Bildungszentrum“. Seine Unterstützung und Zusammenarbeit sagte auch Gemeindenverbandspräsident Dominik Oberstaller stellvertretend für Südtirols Gemeinden zu. Mittels einer Vereinbarung wolle man in Kürze den Rahmen schaffen, um die Arbeit der Chronistinnen und Chronisten vor Ort zu erleichtern. Unterstützung finden die Chronistinnen und Chronisten auch weiterhin im Südtiroler Landesarchiv, sicherte dessen Direktor Gustav Pfeifer den Anwesenden zu und auf den Austausch über Grenzen hinweg freute sich der Landeschronist von Nord- und Osttirol, David Abendstein.
Beim Treffen standen zudem auch organisatorische Aspekte im Fokus: So informierte Bildungszentrum-Geschäftsführer Klaus Tumler über die Fördervereinbarung, die Referentin für das Chronikwesen, Ulrike Stubenruß, rief dazu auf, die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort zu stärken. Notburga Siller vom Amt für Museen und museale Forschung sowie Marlene Huber vom Amt für Film und Medien stellten das System Axiell Collection vor und Margot Pizzini vom Südtiroler Landesarchiv hielt einen Rück- und einen Ausblick. Abgeschlossen wird der Tag der Chronistinnen und Chronisten mit einer Führung: In diesem Jahr wurde die Dokumentationsausstellung im Siegesdenkmal in Bozen besichtigt.
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