Schimpanse in Rom22 / 11 / 2025
Ein maltesischer Staatsbürger mit Wohnsitz in Italien wurde ohne Genehmigung im Besitz eines Schimpansen (Pan troglodytes) angetroffen, der zu den für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit gefährlichen und vom Aussterben bedrohten Arten zählt, die durch das CITES-Abkommen (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) geschützt sind.
Das Tier, dessen Alter auf dreieinhalb Jahre geschätzt wurde, wurde unter Bedingungen gehalten, die seiner Natur nicht angemessen waren, wie von Tierärzten bestätigt wurde, da es an einer etwa zwei Meter langen Kette angebunden war, die es nicht nur zu unnatürlichem und stereotypem Verhalten zwang, sondern ihm auch eine schwere Verletzung in der Leistengegend zugefügt hatte.
Der Schimpanse war, wie der Besitzer angab, aus Malta mitgebracht worden, wo er auf illegalen Märkten gekauft worden war. Dies zeigt, wie aktuell der Handel mit Wildtieren, darunter auch stark vom Aussterben bedrohte Arten, nach wie vor ist. Diese Tiere werden von skrupellosen Wilderern aus der Natur entnommen, um den illegalen Markt für das Sammeln und die missbräuchliche Verwendung von Primaten als Haustiere zu bedienen, ohne Rücksicht auf ihre Gefährlichkeit, auch unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit im Zusammenhang mit potenziellen Zoonosen. Darüber hinaus werden die Jungtiere, die für Käufer attraktiver sind, ihren Müttern in ihrer natürlichen Umgebung entrissen, was schwerwiegende Auswirkungen auf Populationen hat, die mittlerweile auf wenige Exemplare geschrumpft sind.
Der Primat, der wegen Misshandlung und illegaler Haltung beschlagnahmt wurde, da es sich um eine geschützte und für die öffentliche Sicherheit gefährliche Art handelt, wurde sofort zur Erstversorgung in die Tierklinik der Universität Messina gebracht und anschließend mit Unterstützung der Einsatzabteilung der CITES-Carabinieri-Gruppe in Rom in den Naturpark „Bioparco di Roma“ eine Einrichtung, die für die Haltung dieser Tierart zugelassen ist. Dort wird ein Team von Ethologie-Experten einen Rehabilitationsprozess einleiten, um dem Schimpansen in Zukunft die notwendige Eingliederung in eine soziale Gruppe von Artgenossen zu ermöglichen. Diese Tierart hat das genetische Erbgut, das dem des Menschen am nächsten kommt, und die Exemplare werden oft so aufgezogen, dass sie unnatürliche Verhaltensweisen annehmen und sich somit an das Leben in der Wildnis entwöhnen. Aus diesem Grund ist es leider unwahrscheinlich, dass sich der junge Schimpanse wieder an ein Leben in Freiheit in seiner natürlichen Umgebung anpassen kann.
Bei der Durchsuchung wurde außerdem ein Exemplar eines Eclectus-Papageis (Eclectus roratus) gefunden, für den ebenfalls die vorgeschriebenen CITES-Papiere fehlten.
Die Carabinieri rufen dazu auf, keine wildlebenden Tiere zweifelhafter Herkunft zu kaufen, da dies ein Angebot fördert, das oft von regelrechten Wilderernetzwerken betrieben wird, die für den Rückgang wildlebender Arten verantwortlich sind und einen enormen Einfluss auf die Artenvielfalt haben.
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