Schweiz in Trauerzustand Polyurethan Kohlenmonoxid und Blausäure02 / 01 / 2026

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Schweiz in Trauerzustand Polyurethan Kohlenmonoxid und Blausäure02 / 01 / 2026

Schweiz in Trauerzustand Polyurethan Kohlenmonoxid und Blausäure<span class="hitradio-master-datum">02 / 01 / 2026</span>

Die Tragödie in der Diskothek Crans-Montana war nicht nur eine Frage des Schicksals, sondern der Chemie und Physik der Materialien.Nicht Brandschutzgerechte Isolierungen bzw Akustikplatten haben auch dazu beigetragen,das Flammeninferno zu verursachen. Die Zeugenaussagen der Überlebenden, die ein „Blitz“-Feuer beschreiben, das die Luft in weniger als sechzig Sekunden sättigte, führen die Ermittler in eine einzige Richtung: die Zusammensetzung der Decke des unterirdischen Lokals. Die von den pyrotechnischen Kerzen erzeugten Funken hätten eine Kettenreaktion auf einer hochentzündlichen Beschichtung ausgelöst und den Tanzbereich in einen Ofen verwandelt.

​Im Mittelpunkt der Erhebungen steht der zur Schalldämmung verwendete Polyurethanschaum. Wenn dieses Kunststoffmaterial nicht mit flammhemmenden Additiven behandelt wird, brennt es nicht nur extrem schnell, sondern unterliegt auch einem Verflüssigungsprozess: dem sogenannten „brennenden Tropfen“. Augenzeugen berichteten von einem regelrechten Feuerregen, der von oben herabfiel, die Flucht unmöglich machte und die synthetische Kleidung der Anwesenden sofort in Brand setzte. Neben der Hitze war der Rauch ein großer Killer. Beim Verbrennen setzt Polyurethan Kohlenmonoxid und Blausäure frei, ein Gas, das die Opfer bereits nach zwei oder drei Atemzügen bewusstlos machen kann. In einem Kellerraum mit begrenzter Belüftung verwandelte die Konzentration dieser Dämpfe die Fluchtwege in tote und tödliche Gänge. Die Schweizer Sicherheitsvorschriften (AICAA/VKF) sind hinsichtlich der Klassifizierung von Materialien für öffentliche Kellerräume eindeutig. Die Strukturen sollten mit Materialien verkleidet sein, die als RF1 oder RF2 zertifiziert sind, d. h. nicht brennbar sind oder nur minimal zur Brandausbreitung beitragen. Die Untersuchung muss nun klären, ob die installierten Akustikplatten diesen Standards entsprachen oder ob es sich lediglich um Verpackungsschaum ohne Brandschutz handelte. Ein technischer Unterschied, der den Unterschied zwischen einer Party und einem Massaker ausmachte.

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