Wohnbauaufsicht hat Kontrollen fast verdoppelt13 / 01 / 2026
837 Verstöße gegen die Regeln für Wohnungen wurden festgestellt. Wohn-Landesrätin Ulli Mair betont, dass Fairness und Regelbefolgung wichtig sind. Dank neuer Mitarbeiter und einer verbesserten Strategie konnte die Agentur für Wohnbauaufsicht (AWA) im Jahr 2025 deutlich mehr Kontrollen durchführen. Mair erklärt, dass sowohl Prävention als auch Kontrollen entscheidend sind. „Mit mehr Personal und gezielten Kontrollen schützen wir die Menschen, die auf leistbaren Wohnraum angewiesen sind“, sagt sie. Im Rahmen der Wohnreform 2025 wurden die Kontrollen verschärft und die Strafen für Verstöße, vor allem bei touristischer Nutzung von Wohnungen, erhöht. AWA-Direktorin Elisa Guerra berichtet von 837 Kontrollen im Jahr 2025, bei denen 119 Verstöße entdeckt wurden. Im Jahr 2024 waren es noch 482 Kontrollen mit 47 festgestellten Verstößen. Der Anstieg von fast 74 Prozent ist auf die personelle Verstärkung zurückzuführen, die Mair initiiert hat, mit 4 neuen Mitarbeitern und weiteren, die folgen sollen.
Doch auch die neue Kontrollstrategie der AWA habe dazu beigetragen, mehr Personen ausfindig zu machen, die gegen die aktuell geltenden Bestimmungen im geförderten oder konventionierten Wohnbau verstoßen haben. „Auf meinen Vorschlag hin hat der Lenkungs- und Koordinierungsbeirat der neuen Strategie, die gezielte Kontrollen von Immobilien vorsieht, die ein erhöhtes Missbrauchsrisiko aufweisen, zugestimmt“, erklärt Guerra.
Die von der AWA festgestellten Verstöße betreffen in erster Linie die Bindung (Wohnen für Ansässige), denen konventionierte Wohnungen unterliegen, aber auch die Sozialbindung, die für Immobilien gilt, die mit Landesbeiträgen für Kauf, Bau oder Sanierung gefördert wurden. Die verhängten Sanktionen belaufen sich auf insgesamt rund 640.000 Euro.
Touristische Nutzung geförderter Wohnungen
Besonders gravierend seien 22 Verstöße, bei denen konventionierte oder geförderte Wohnungen touristisch genutzt oder von Personen ohne gesetzliche Voraussetzungen bewohnt wurden. Allein diese Fälle führten zu Strafen von insgesamt über 240.000 Euro.
„Für 2026 ist eine weitere Erhöhung der Kontrolltätigkeit geplant. Zum einen wird der Ausbau des Stellenplans voll zum Tragen kommen, zum anderen soll durch die Zusammenarbeit mit externen Subjekten die Kontrolltätigkeit zusätzlich gestärkt werden“, kündigt Landesrätin Mair an. Ein weiterer wichtiger Schritt sei das im Juli 2025 geschlossene Abkommen mit der Finanzpolizei (das LPA hat berichtet), das unter anderem den Zugang zu Datenbanken sowie Lokalaugenscheine vor Ort ermöglicht habe. Zudem sei die Kontrolle der nicht erlaubten Vermietung konventionierter Wohnungen zu touristischen oder gewerblichen Zwecken durch das Abkommen erleichtert worden.
„Die AWA leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Wohnraum für die ansässige Bevölkerung. Durch eine strategische Neuausrichtung, zusätzliche personelle Ressourcen, die Zusammenarbeit mit der Finanzpolizei sowie deutlich verschärfte Sanktionen konnte im Jahr 2025 bereits eine deutliche Steigerung der geahndeten Verstöße erzielt werden. Unser klares Ziel ist es, diesen Kurs konsequent fortzusetzen und weiter auszubauen“, betont Mair.
Parallel zu den Kontrollen setzt das Land Südtirol jedoch auch auf Prävention: Bürgerinnen und Bürger sowie Gemeinden erhalten in der AWA Beratung und Informationen. Digitale Broschüren stehen auf der Webseite bereit; zudem nimmt die Agentur regelmäßig an Veranstaltungen wie etwa der Wohnbaumesse teil. Im Jahr 2025 wurden 304 Beratungsanfragen bearbeitet.
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