Neues Themenheft vergleicht deutsche und italienische Polizeien nach 1945 im regionalen Kontext22 / 01 / 2026

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Neues Themenheft vergleicht deutsche und italienische Polizeien nach 1945 im regionalen Kontext22 / 01 / 2026

Neues Themenheft vergleicht deutsche und italienische Polizeien nach 1945 im regionalen Kontext<span class="hitradio-master-datum">22 / 01 / 2026</span>

Am 23. Jänner stellt die Bozner Zeitschrift „Geschichte und Region“ ihr aktuelles Themenheft vor. Der Band untersucht, wie deutsche und italienische Polizeien seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in unterschiedlichen regionalen Kontexten agierten – und zeigt, warum räumliche Perspektiven entscheidend für das Verständnis der Polizeigeschichte sind.

Unter dem Titel „Polizei(en) und Raum nach dem Zweiten Weltkrieg“ legen die Herausgeber Martin Göllnitz und Michele Di Giorgio einen Band zu einer vergleichenden Geschichte der deutschen und italienischen Polizeien seit 1945 vor. Die sechs Beiträge beleuchten historische Entwicklungen, regionale Besonderheiten und die vielfältigen Praktiken polizeilichen Handelns. Ob Protestkontrolle in Rom, Verkehrserziehung in München oder bürgernahe Polizeimodelle in West-Berlin: Das Heft zeigt, wie stark regionale Kontexte – Städte, Provinzen, ländliche Räume – die konkrete Polizeiarbeit beeinflussten. „Die Polizei ist keine homogene Institution. Ihre Praktiken sind immer räumlich situiert und durch lokale gesellschaftliche und politische Bedingungen geprägt“, betonen die Herausgeber.

Einblicke in die Beiträge

  • Sizilien (Coco): Die Neuordnung der Sicherheitskräfte nach 1943 offenbart Spannungen zwischen zentralistischen Modellen und lokalen Widerständen.
  • Trentino (Gardumi): Die kurzlebige Partisanenpolizei zeigt die Herausforderungen institutioneller Übergänge in der unmittelbaren Nachkriegszeit.
  • München & Düsseldorf (Rossol): Verkehrsregelung als Spiegel gesellschaftlicher Aushandlungen in der jungen Bundesrepublik.
  • Rom (Fimiani): Spezialeinheiten wie die Reparti mobili verdeutlichen die politische Aufladung von Protestkontrolle.
  • West-Berlin (Schmeer): Das Modell der Kontaktbereichsbeamten als frühes Experiment bürgernaher Polizeiarbeit.
  • Ost- und Westdeutschland (Mecking): Regionale Unterschiede in der Wahrnehmung der Polizei anhand zweier prägender Großeinsätze 1989 und 1992.

Das Themenheft erscheint in der in Bozen ansässigen, zweisprachigen Zeitschrift „Geschichte und Region“, die seit über drei Jahrzehnten den Austausch zwischen deutsch- und italienischsprachiger Geschichtsschreibung fördert – auf Basis einer vergleichenden Regionalgeschichte.

Die öffentliche Präsentation des Heftes findet am Freitag, 23. Januar, um 18:30 Uhr im Alten Rathaus Bozen (Lauben 30) statt. Die Herausgeber Michele Di Giorgio und Martin Göllnitz stellen die Ergebnisse im Gespräch mit der Expertin für Polizeigeschichte Laura Di Fabio vor. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

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