Tirol-Werbung29 / 01 / 2026

Der Skandal um das völlig missratene Süd-Tirol-Posting der Tirol-Werbung weitet sich
weiter aus. Nicht genug damit, dass die Tirol-Werbung mit ihrem Social-Media-Beitrag
dem Ansehen der Europaregion Tirol und dem Land Süd-Tirol massiven Schaden
zugefügt und zahlreiche Tiroler nördlich wie südlich des Brenners vor den Kopf gestoßen
hat: Nun zeigen Screenshots des mittlerweile gelöschten Beitrags, dass kritische
Stimmen von der Tirol-Werbung auch noch unflätig, arrogant und völlig
geschichtsbefreit abgekanzelt wurden. So erklärte die Tirol-Werbung allen Ernstes, es
sei angeblich „geklärt“, dass Süd-Tirol Italien sei. Dümmer und ignoranter geht es kaum.
Die Landtagsabgeordneten Gudrun Kofler (FPÖ Tirol) und Sven Knoll (Süd-Tiroler
Freiheit) sehen darin keinen harmlosen „Betriebsunfall“, sondern das Ergebnis einer
grundlegend fehlgeleiteten Führung der Tirol-Werbung und fordern klare personelle
Konsequenzen.
Auf den sachlichen Hinweis eines Bürgers, dass Süd-Tirol nicht Italien sei, antwortete
die Tirol-Werbung über ihr offizielles Profil mit der provokanten Frage: „Was lässt dich
das behaupten?“ Als der Bürger auf Sprache und Kultur Süd-Tirols verwies, die eben
nicht italienisch sind, folgte die ebenso lapidare wie ahistorische Antwort: „Das ist
historisch und geografisch geklärt.“
Wie geschichtsvergessen und realitätsfremd muss man sein, um einen derartigen
Unsinn zu verbreiten? Süd-Tirol ist weder historisch noch geographisch Italien. Süd-Tirol
ist mit Schloss Tirol das historische Kernland Tirols, von dem das gesamte Land seinen
Namen hat. Die älteste Darstellung des Tiroler Adlers stammt aus Süd-Tirol. Andreas
Hofer kam aus dem Passeiertal in Süd-Tirol. Und selbst der von der Tirol-Werbung
bemühte Knödel-Vergleich geht ins Leere: Auch die älteste Darstellung eines Knödels
stammt aus Süd-Tirol. Vor allem aber hat Süd-Tirol nur deshalb eine Autonomie, weil es
nicht Italien ist und weil die Süd-Tiroler keine Italiener sind. Das in Abrede zu stellen ist
inakzeptabe

Ein Mindestmaß an Geschichtsbewußtsein täte auch den Verantwortlichen der TirolWerbung gut. Noch dringender ist jedoch ein Austausch der Führungsspitze durch
kompetente und verantwortungsbewusste Fachkräfte. Die Steuerzahler und Bürger in
ganz Tirol haben jedenfalls kein Verständnis dafür, dass die Tirol-Werbung auf Kosten
der Allgemeinheit einen Skandal nach dem anderen produziert und dem ganzen Land
Tirol damit nachhaltig schadet.
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