Feier für neue Fischerinnen und Fischer12 / 02 / 2026

Rund 9500 Personen in Südtirol haben einen gültigen Fischerschein. Im vergangenen Jahr bestanden 183 Fischer und 29 Fischerinnen die Fischerprüfung; am 10. Februar wurden etwa 80 neue Fischerinnen und Fischer im Landhaus 1 gefeiert. Die 19-jährige Clara Zingerle aus Olang kam mit ihrem Vater Anton, der auch Fischer ist, nach Bozen. Sie erzählt, dass sie schon als Kind mit ihrem Vater fischen ging, und dass es schön ist, Zeit mit der Familie zu verbringen und darauf zu warten, dass der Fisch anbeißt. Der 28-jährige Jakob Egger aus Terlan hat das Fischen für sich entdeckt, obwohl in seiner Familie niemand Fischer ist. Er sagt: „Ich bin ein Naturmensch und beschäftige mich gerne mit Wasser.“ Tommaso Moro, 39, aus Leifers, aber ursprünglich aus dem Veneto, erklärt, dass er schon immer vom Fischen fasziniert war und im Meer bei Chioggia angefangen hat. Jetzt freut er sich darauf, in Flüssen und Seen zu fischen.
„Es ist schön zu sehen, dass sich auch dieses Jahr zahlreiche Frauen und Männer unterschiedlichster Altersgruppen der Fischerprüfung gestellt und sie erfolgreich abgeschlossen haben“, unterstrich Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher, der im Rahmen der Feier die Urkunden an die Jungfischerinnen und Jungfischer verliehen hat: „Die Fischerei in Südtirol lebt von Menschen, die Einsatz zeigen und bereit sind, Fachwissen weiterzugeben und Verantwortung für unsere Gewässer zu übernehmen.“
Hauptanliegen der Fischerei in Südtirol sind die Erhaltung der ökologischen Funktionalität der Fischgewässer und der Schutz autochthoner Arten. Die Fischwasser Südtirols werden von 106 Bewirtschaftern nach dem Prinzip einer nachhaltigen Hege und Pflege betreut. „Das Überleben der einzelnen, ökologisch wichtigen Fischarten hängt nicht zuletzt von gezielten Maßnahmen in ihren Lebensräumen ab, aber auch in der richtigen Bewirtschaftung“, hob der Direktor der Landesabteilung Forstdienst Günther Unterthiner hervor.

Die Fischerprüfung in Südtirol besteht aus zwei Teilen, erklärt der Präsident der Fischerprüfungskommission Hannes Grund vom Landesamt für Wildtiermanagement in der Landesabteilung Forstdienst, und zwar aus einem schriftlichen und einem mündlichen beziehungsweise praktischen Teil. Prüfungsrelevante Themen sind allgemeine Fischkunde, spezielle Fischkunde, Angeltechniken, Verhaltensnormen und Gesetzgebung sowie Lebensraum und Umwelt. „Die Kommission der Fischerprüfung legt großen Wert auf eine ethische Haltung der Kandidaten und Kandidatinnen gegenüber dem Lebewesen Fisch und eine umweltbewusste Einstellung zu den natürlichen aquatischen Lebensräumen“, unterstreicht Vorsitzender Hannes Grund. Im Durchschnitt bestehen jährlich 175 Personen die Fischerprüfung. Die Fischerprüfung wurde mit dem ersten Fischereigesetz im Jahr 1978 eingeführt, 1979 wurden die ersten Fischerprüfungen abgenommen, 17.952 Personen haben bis heute an einer Fischerprüfung teilgenommen.

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