Ladinische Identität durch gelebte digitale Präsenz stärken“19 / 02 / 2026
Der Auftakt des Interreg-Projekts DIGI-RLF in Bozen fördert die digitale Zukunft der drei rätoromanischen Sprachen: Ladinisch, Bündnerromanisch und Friulanisch. Am 18. Februar trafen sich Vertreter aller beteiligten Organisationen. Ziel ist es, eine Strategie für die digitale Transformation zu entwickeln und konkrete digitale Lösungen für die Bevölkerung zu schaffen. Durch die Eingabe rätoromanischer Daten in standardisierte Datenbanken können Bürgerinnen und Bürger in Zukunft Softwareoberflächen in ihrer Minderheitensprache nutzen. Zudem werden KI-Modelle für die Spracherkennung (Speech-to-Text) für Ladinisch und Romanisch entwickelt, um die automatische Transkription von Sitzungen zu ermöglichen und Verwaltungsabläufe zu erleichtern.
„Die Zusammenarbeit aller drei rätoromanischen Sprachen erlaubt uns, Sprachtechnologie gemeinsam zu entwickeln und mehr Dienstleistungen auf Ladinisch zu erbringen“, wies der Direktor der Landesabteilung Ladinische Bildungs- und Kulturverwaltung Mathias Stuflesser bei der Auftaktveranstaltung auf die Wichtigkeit der Vernetzung und Synergien zwischen Sprachminderheiten hin.
Der Direktor für ladinische Bildung und Kultur André Comploi dankte Abteilungsdirektor Mathias Stuflesser und seinem Team für die Initiative sowie für das konsequente Vorantreiben dieses wichtigen Interreg-Projekts: „Die Zusammenarbeit aller maßgeblichen Institutionen, die sich für die rätoromanischen Sprachen einsetzen, ist dabei von entscheidender Bedeutung“, unterstrich Comploi: „Nur so lässt sich nicht nur das Überleben unserer Minderheitensprache in einer globalisierten, digitalen Welt sichern, sondern auch die ladinische Identität – insbesondere auch bei den jüngeren Generationen – durch eine gelebte digitale Präsenz nachhaltig stärken.“
Alessandro Fraenkel Haeberle vom Landesamt für europäische Integration ist Mitglied des Lenkungsausschusses. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit, betonte auch er, entstehe ein Mehrwert: „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des Interreg-Programms zeigt, wie wertvoll europäische Kooperationen für Sprachminderheiten sind. Dadurch können innovative Antworten auf gemeinsame Herausforderungen gefunden und erprobt werden.“
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